王叔和 Wang Shu-He
(ca. 3. Jahrhundert)

Wang Shu-He ist hauptsächlich dafür bekannt,dass er das 伤寒杂病论 Shang Han Za Bing Lun (Abhandlung über fieberhafte, durch Kälte verursachte und sonstige Erkrankungen) von Zhang Zhong Jing für die Überlieferung erhalten hat. Kurz nachdem dieses Werk fertiggestellt war, ging es in den Kriegswirren der Östlichen Han-Dynastie und der Periode der Streitenden Reiche verloren. Wang erkannte die herausragende Bedeutung des Werks und sammelte alle Teile und Fragmente, die er ausfindig machen konnte, stellte sie neu zusammen und brachte sie in zwei Bänden heraus:

  • Thema des 伤寒论 Shang Han Lun (Abhandlung über fieberhafte, durch Kälte verursachte Erkrankungen) sind vor allem Außen-Erkrankungen, die gemäß Liu Jing Bian Zheng (Sechs-Schichten Differenzierung) eingeteilt werden.
  • Im 金匮要略 Jin Gui Yao Lue (Wichtige Verordnungen aus dem Goldenen Schrein) geht es vor allem um innere und sonstige Erkrankungen, die nach den Ba Gang Bian Zheng (Diagnose anhand der acht Leitkriterien) eingeteilt werden.

Ohne Wangs Bemühungen wäre das Werk von Zhang Zhong-Jing wohl für immer verschollen geblieben oder zumindest nur lückenhaft überliefert.

Wang verfasste außerdem eine der bedeutendsten Schriften über die Pulsdiagnose, das 脉经 Mai Jing (Puls Klassiker). Zwar gab es schon vor dieser Zeit in den überlieferten Schriften viele Hinweise auf den Puls und die entsprechenden Zeichen, jedoch waren sie weit verstreut und bislang ungeordnet. Nachdem sich Wang intensiv mit dem Nei Jing (Innerer Klassiker), Nan Jing (Klassiker der schwieriger Fragen), Shang Han Za Bing Lun (Abhandlung über fieberhafte, durch Kälte verursachte und sonstige Erkrankungen) und den Quellen von Hua Tuo beschäftigt hatte, brachte er mit seiner Schrift Mai Jing (Puls Klassiker) das erste vollständige Werk mit systematisierten Angaben zu den korrekten Definitionen der Pulsterminologie und zu den Techniken der Pulsdiagnose heraus. Er führte die korrekten Pulstaststellen zur Beurteilung des Pulses und ihren Bezug zu den Zang-Fu- Organen ein und arbeitete die 24 unterschiedlichen Pulsqualitäten und ihre Bedeutung heraus. Außerdem machte er mit Nachdruck klar, dass man den Puls unbedingt in Bezug zu Alter, Geschlecht, Größe, Gewicht und Krankheitsmuster des Patienten setzen muss.