Bei rezidivierenden Aphthen handelt es sich um eine Krankheit der Mundschleimhaut, die aufgrund von verschiedenen pathologischen Mustern entstehen kann. Deshalb soll sich die Behandlung auf alle Zeichen erstrecken und darf sich nicht nur auf Größe und Aussehen der Wunden beschränken. Die Schleimhautwunden sind die Symptome (Zweige), während andere Symptome die Ursachen (Wurzeln) charakterisieren. Beide muss man gleichzeitig berücksichtigen.

Zur Behandlung ist es sehr wichtig, die Abwehrkraft des Körpers zu kräftigen, um die pathogenen Faktoren zu beseitigen. Bei allen Arten von Aphthen handelt es sich um eine Mischung von Überschuss und Mangel mit Ausnahme derjenigen, die durch die Einwirkung von epidemisch auftretenden äußerlichen Belastungen auftreten. Entsprechend muss die Akupunktur gestaltet werden.

Bei überwiegender Fülle muss man an den Ohrpunkten stark stimulieren, soll aber die Nadeln nicht liegenlassen.

Bei Mischung von Fülle und Mangel akupunktiert man nicht nur Ohrpunkte, was Funktion der Organe wiederherstellen sollen, sondern es werden auch Punkte der betroffenen Meridiane ausgewählt und die Funktion von Blut und qì untersucht. Hier kann man die Nadeln 30 Minuten lang liegenlassen und in dieser Zeit alle zehn Minuten manipulieren, entweder mit sedierenden oder mit tonisierenden Methoden.

Es werden drei Arten von Ohrpunkten ausgewählt:

  • shén mén,
  • Mund und
  • Zunge

Weitere Punkte sind:

  • Herz und Leber beim Typ Leberfeuer (gān huǒ);
  • Sympathikus beim jahreszeitlich epidemischen Typ (wài gǎn shí dú);
  • Leber, Milz, Dünndarm und Magen bei Mangelzustand der Milz und Stagnation in der Leber (gān yù pí xū);
  • Herz, Niere und Endokrinium beim Mangel an yīn in Herz und Niere (xīn shèn yīn xū);
  • Niere, Endokrinium, Uterus und Ovar bei gynäkologischen Erkrankungen.

Fallbeispiel: Aphthen

Ein 46jähriger Mann litt seit 14 Jahren an rezidivierender Stomatitis aphthosa. In den letzten zwei Jahren war die Erkrankung schlimmer geworden, und der Patient hatte einmal im Monat oder sogar alle zehn Tage Rezidive. Die Rezidive hatten eine gewisse Beziehung zu seiner Stimmung und Erschöpfungszuständen.

Bei der Untersuchung fanden sich vier Wunden an der Zunge und auf dem Mundboden, von denen die größte 3 x 3 mm groß war und die kleinste stecknadelkopfgroß. Die Wunden waren rund oder oval, gerötet und ödematös sowie mit gelbem fibrinösem Belag bedeckt. Wenn er seine Zunge bewegte, tat es ihm weh. Er konnte keine sauren oder salzigen Speisen zu sich nehmen und hatte wenig Appetit. Sein Stuhlgang war unregelmäßig, und er litt unter Blähungen und Bauchschmerzen.