Methode

Ma 36 (zú sān Iǐ) wird auf beiden Seiten mit Moxarollen moxibustiert, die 2cm über der Hautoberfläche aufgehängt werden, in jeder Sitzung 20 Minuten lang, zwei- bis dreimal pro Woche, wobei zehn Sitzungen einen therapeutischen Zyklus bilden. Nach der Moxibustion sind die Spaltprodukte von Fibrin und Fibrinogen stark vermindert. Nach einem halben Jahr ergab sich dasselbe Ergebnis bei der Blutuntersuchung, so dass man davon ausgehen kann, dass Moxibustion die Agglutinationsfähigkeit des Blutes vermindert und so auf die Dauer Rezidive von zerebralen Gefäßverschlüssen verhindern kann. Moxibustion von Ma 36 (zú sān Iǐ) kann nicht nur zur Verhütung eines Rezidivs, sondern auch zur Behandlung der Vorzeichen eines Apoplex bei hohem Blut-druck angewendet werden.

Fallbeispiel

Ein 65jähriger Bauer klagte darüber, dass er vor fünf Tagen beim Aufstehen aufgrund einer Schwäche des linken Beines hingefallen war. Er konnte den Arm nur schwer heben und mit seiner linken Hand nichts greifen. Auf dem linken Bein konnte er nicht stehen. Auch beim Sitzen hatte er Schwierigkeiten, klagte über Kopfschmerzen und hatte einen trockenen Stuhl. Anamnestisch war kein Hypertonus bekannt. Bei der Untersuchung war der Blutdruck 160/100 mmHg. Der Patient war dünn, sprach normal und war bei Bewusstsein. Seine linke Nasolabialfalte schien etwas verstrichen zu sein. Er konnte seine Zunge ganz normal herausstrecken. Der Muskeltonus im linken Arm war erhöht und die linke Hand konnte nicht greifen. Links hatte er ein positives Hoffmannzeichen und einen Fußklonus, der Patellarsehnenreflex war positiv, der Achillessehnenreflex verstärkt. Er hatte einen gespannten Puls (xián) und einen dünnen Zungenbelag. Die Diagnose war: Hypertonus, Arteriosklerose der zerebralen Gefäße, zerebraler Gefäßverschluss, Hemiplegie links. Syndromdifferenzierung: Ein Apoplex hat die Meridiane verletzt; die Behandlung muss den Wind verteilen und die Meridiane klären (shū fěng tōng luò). Es wurden folgende Punkte ausgewählt: Di 18 (fú tú) links mit Fortleitung des Nadelgefühls zum linken Daumen und Zeigefinger; bì zhōng (in der Mitte der Linie, die die Mittelpunkte der Ellenbogenfalte und der Handgelenksfalte verbindet) links mit dem Nadelgefühl bis zum Mittelfinger, Zeigefinger und Ringfinger; Di 4 (hè gǔ) gestochen in Richtung Dü 3 (hòu xī) mit Nadelgefühl in alle fünf Finger ausstrahlend; Bl 54 (zhì biān) links mit Nadelgefühl ausstrahlend vom Rücken entlang der Rückseite des Beines bis zu den Zehen. An diesen Punkten wurden die Nadeln stark stimuliert, aber nicht liegengelassen. An den Punkten Pk 6 (nèi guān) und MP 6 (sān yīn jiāo) wurde leicht stimuliert und die Nadeln 20 Minuten liegengelassen, um das Herz zu beruhigen und Blut und yīn zu nähren (níng xīn zī yīn xuè). Diese Behandlung wurde dreimal in der Woche angewendet. Nach der vierten Sitzung wurden die Gliedmaßen kräftiger. Der Patient konnte selbständig sitzen, und die Kopfschmerzen waren gebessert. Nach der achten Sitzung konnte er in seinem Zimmer zwei Stunden lang herumgehen und sich auch selber versorgen. Der Blutdruck war 130/90 mmHg. Die Nasolabialfalten waren wieder symmetrisch. Die Greifkraft in der linken Hand war noch schwächer als in der rechten. Babinsky war negativ. Nach 16 Tagen und acht Behandlungen war die Hemiplegie links im Wesentlichen beseitigt und noch nach vier Jahren gab es keinen Rückfall.

Endlich!

Verhütung eines Apoplex durch Moxibustion von Ma 36 (zu sān li)

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