Bei dem Auftreten eines Apoplex muss man sich zunächst darüber klar werden, ob es sich um ein Syndrom der Blockade oder des Zusammenbruchs handelt.

Bei einem Syndrom der Blockade soll man zunächst die zwölf Brunnenpunkte akupunktieren, um das qì in den drei yīn und den drei yáng-Meridianen untereinander zu verbinden, in Kombination mit LG 26 (rén zhōng) zur Wiederbelebung des Gehirns. Außerdem sollen folgende Punkte gestochen werden:

  • Le 3 (tài chōng), um das Aufsteigen des pathogenen Windes zu verhindern,
  • Ma 40 (fěng lóng) zur Elimination von Schleim,
  • N 1 (yǒng quǎn) zur Wiederbelebung, um die Hitze zu klären und Herz und Niere miteinander zu verbinden.

Handelt es sich um ein Syndrom des Zusammenbruchs, muss das yáng wiederhergestellt und vor dem Kollabieren bewahrt werden. Deshalb soll man folgende Punkte wählen:

KG 4 (guān yuán), den Kreuzungspunkt des Konzeptionsgefäßes mit den drei yáng-Meridianen des Fußes, an dem das Ursprungs-qì des Dreifachen Erwärmers herausfließt, und der mit dem wahren yáng (zhěn yáng) des Tores des Lebens (mìng mén) verbunden ist, ein Punkt von yáng innerhalb des yīn (yīn zhōng yòu yáng zhi xué), außerdem

  • KG 6 (qì hǎi), der als See für die Bildung von qì gilt;
  • KG 8 (shén què) als den Punkt, an dem das wahre qì (zhěn qì) mit der Wurzel des Lebens verbunden ist.
  • Außerdem sollte an diesen Punkten auch über einer Lage von Salz moxibustiert werden, um das sterbende yáng zu retten und so den Patienten vor weiterem Zusammenbruch zu bewahren.

Ein Apoplex, der die Meridiane verletzt, zeigt sich in verzogenem Mund, verdrehten Augen, Aphasie und Hemiplegie. Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung stellen wir fest, dass die bisherige Haltung, frühzeitige Akupunktur sei falsch, ohne Grundlage ist. Im Gegenteil ist die Prognose umso besser, je eher Akupunktur angewendet wird und umso geringer sind auch die Folgeerscheinungen. Punkte am Kopf erzielen die besten Ergebnisse. Nach unserer Meinung sollten beidseitige Punkte gleichzeitig gestochen werden, um die Meridiane zu reinigen, das qì zu stärken sowie das schiefe Verhältnis beider Seiten zu regulieren (yì qì tiáo piān).

Fallbeispiel

Ein Bauer klagte darüber, dass er seit drei Tagen beim Aufstehen am Morgen die rechtsseitigen Gliedmaßen nicht mehr habe bewegen können, der Mund sei verzogen gewesen, und er habe nicht sprechen können. Bei der Aufnahmeuntersuchung war der Blutdruck 140/100 mmHg, die Zunge hatte einen weißen fetten Belag, der Puls war beschleunigt und gespannt (shuò xián).

Als Diagnose wurde gestellt: Apoplex, der die Meridiane verletzt hat (aufgrund eines zerebralen Gefäßverschlusses).

Die Punkte LG 20 (bǎi huì), Gbl 20 (fěng chí), Di 11 (qū chí), Di 4 (hè gǔ) und Ma 36 (zú sān Iǐ) wurden täglich auf beiden Seiten mit stark sedierender Manipulation genadelt. Auch Di 9 (hòu xī) wurde genadelt, ohne die Nadel zu belassen. Nach drei Sitzungen konnte der Patient klarer sprechen und gehen, indem er sich an Gegenständen festhielt. Nach zehn Sitzungen konnte er ohne Verziehung des Mundes klar sprechen und außerhalb des Hauses gehen. Für weitere zehn Sitzungen wurde nun an alternierenden Tagen akupunktiert. Anschließend konnte er sich selbst versorgen.

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