Bei Asthma werden durch Akupunktur der Verbindungsgefäße und Schröpfen sowohl die Lungenenergie gestärkt (Behandlung der Wurzel) als auch die Symptome (Erscheinungsform) durch Sedierung von Fülle behandelt (běn xū biāo shí).

Punktauswahl bei Asthma

Die Punkte Bl 12 (fěng mén), Bl 13 (fèi shū) und Bl 17 (gé shū) sowie die wesentlichen huá tuó jiā jǐ-Punkte werden ausgewählt.

Manipulationstechnik

Die Punkte werden 1 bis 1,5 cùn tief genadelt, wobei das Nadelgefühl bis in die Brust ziehen soll oder sich nach kranial oder kaudal ausbreitet. Dann wird mit Drehen und Rotieren der Nadeln für 1 bis 3 Minuten tonisierend manipuliert. Nachdem die Nadeln herausgezogen wurden, werden die gepaarten Punkte Bl 12 (fěng mén), Bl 13 (fèi shū) und Bl 17 (gé shū) nach jeder Sitzung mit der dreikantigen Nadel intradermal oder bis knapp unter die Epidermis angestochen. Anschließend werden Schröpfköpfe aufgesetzt und so etwa 2 bis 3 ml Blut herausgezogen.

Fallbeispiel: Asthma

Eine 51jährige Frau kam mit einer 20jährigen Vorgeschichte von Asthma mit akuten Anfällen seit einer Woche. Sie konnte sich nicht hinlegen. Bei der Untersuchung sahen wir den Mund geöffnet, die Schultern waren angehoben, die Augen geschwollen. Die Patientin hatte eine fahle Gesichtsfarbe, die Nasenflügel bewegten sich bei der Atmung mit, ihr Atem war keuchend. Über beiden Lungen hörte man Rasselgeräusche. Die Blutuntersuchung ergab 15.800 Leukozyten, 89 % Neutrophile. Das Röntgenbild des Thorax ergab den Verdacht auf eine Pneumonie beidseits. Die Patientin wurde behandelt mit 1,5 cùn tiefer vertikaler Akupunktur an den Punkten Bl 12 (fěng mén), Bl 13 (fèi shū) und Bl 17 (gé shū) sowie an wichtigen huá tuó jiā jǐ-Punkten. An jedem Punkt wurden die Nadeln eine Minute rotiert. Dann wurde an den Punkten Bl 13 (fèi shū) und Bl 17 (gé shū) mit der dreikantigen Nadel jeweils fünfmal eingestochen bis Blut austrat. Dort wurden Schröpfköpfe aufgesetzt bis etwa 10 ml Blut herausgelaufen waren. Schon während der Akupunktur fühlte die Patientin eine wesentliche Besserung. Nach 20 Minuten bemerkte sie eine Erleichterung in der Brust. Die Rasselgeräusche in den Lungen waren ebenfalls vermindert. Sie konnte nun normal essen. Nach sechs Stunden bekam sie erneut einen Anfall und erhielt dieselbe Therapie, die ihr wiederum Erleichterung brachte. Nach 17tägiger Behandlung war sie symptomfrei und hatte keinen Rückfall.