Am Hauptpunkt werden 100 Mikrogramm Vitamin B 12 oder yán níng-Lösung injiziert, am Nebenpunkt Acetylglutamin.
Für die Injektion nimmt man eine 5 G Nadel, wie sie Zahnärzte benutzen. Nach Hautdesinfektion führt man die Nadel in das Subkutangewebe ein und lenkt sie dann in die gewünschte Tiefe, wo man sich durch Aspiration in mehreren Ebenen vergewissern muss, dass man nicht in einem Gefäß liegt. Dann wird das Medikament injiziert.
In jeder Sitzung wird an einem Hauptpunkt injiziert und an einem Nebenpunkt. Man behandelt jeden zweiten Tag und zehn Behandlungen bilden einen Therapiezyklus. Vor einem zweiten Zyklus werden sieben bis zehn Tage Pause eingelegt.
An den Punkten Ma 1 (chéng qì) und qiú hòu führt man die Nadel senkrecht 0,6 bis 1,5 cùn tief ein. Dazu wird das Auge zuerst nach oben gedrückt und fixiert. Die Nadel wird langsam entlang dem unteren Orbitarand inseriert, und es wird nicht mit Heben und Senken der Nadel manipuliert. Nach Entfernen der Nadel muss man eine bis zwei Minuten auf die Einstichstelle drücken, um eine Blutung zu verhindern. Blutet es dennoch, wendet man zuerst kalte Kompressen an. Steht die Blutung, kann man heiße Kompressen auflegen, muss aber die Injektionen aussetzen. Im Allgemeinen wird das Blut resorbiert.
Die Stichrichtung und Einstichtiefe sind die wesentlichen Faktoren, um Zwischenfälle zu verhindern. Am Punkt LG 15 (yǎ mén) wird die Nadel langsam in Richtung Unterkiefer 1 bis 1,5 cùn tief inseriert. Man soll nicht tiefer nach medial und oben einstechen.
Am Punkt Gbl 20 (fēng chí) sticht man senkrecht ein, etwas schräg nach unten oder in Richtung auf den Unterrand der gegenüberliegenden Orbita. Man darf weder tief einstechen noch die Nadel auf den gegenüberliegenden lateralen Kanthus richten. Es ist auch nicht erlaubt, in Richtung auf den Punkt Gbl 20 (fēng chí) der anderen Seite durchzustechen.
Am Punkt LG 14 (dà zhuī) sticht man senkrecht ein. Die Nadel wird leicht nach oben gerichtet 1 bis 1,5 cùn vorgeschoben. Nur wenn man keinen Liquor aspirieren kann, wird das Medikament injiziert. Auch hier darf man nicht tiefer einstechen.
Bei Zwischenfällen benötigt man intensivmedizinische Überwachung.
Fallbeispiel
Ein zweijähriger Junge hatte nach einer Maserninfektion hohes Fieber und wurde komatös für eine Woche. Außerdem war er sehr unruhig und voller Furcht. Im Liquor fanden sich keine pathologischen Befunde. Die Diagnose lautete Masernenzephalitis. Als das Fieber abfiel, war er blind aufgrund einer Atrophie des Nervus opticus. Wie oben beschrieben wurde er behandelt. An den Punkten Ma 1 (chéng qì) und qiú hòu wurden im Wechsel 100 Mikrogramm Vitamin B 12 injiziert, an den Punkten LG 15 (yǎ mén), Gbl 20 (fēng chí) und LG 14 (dà zhuī) im Wechsel Azetylglutamin. Nach einer Behandlungsserie war sein Sehvermögen gebessert und nach zwei Serien war es fast wiederhergestellt. Bei der Nachuntersuchung nach sieben Monaten konnte er normal sehen.























































































































































































































































































































































