Auf der Grundlage der Tatsache, dass nächtliches Bettnässen meistens nach einem tiefen Traumschlaf passiert, scheint eine Verbindung zu nächtlicher zerebraler Aktivität zu bestehen. Deshalb kann man die Behandlung nicht nur auf die Punkte KG 4 (guān yuán), KG 6 (qì hǎi) und Bl 23 (shèn shū) beschränken, sondern sollte auch die Methode der fünf Nadeln am Punkt LG 20 (bǎi huì) anwenden, Es werden also LG 20 (bǎi huì) und sì shén cōng sowie KG 24 (chéng jiāng) als Zusatzpunkt gewählt. Man akupunktiert alle fünf Punkte mit der heißen Nadel. Anschließend akupunktiert man am Punkt KG 24 (chéng jiāng) senkrecht mit einer dünnen Nadel an der Innenseite der Lippe und lässt die Nadel 20 bis 30 Minuten liegen. Fünf Behandlungen bilden einen Therapiezyklus. In der Regel sind zwei bis drei Behandlungen ausreichend für einen Behandlungseffekt. Die Patienten schlafen mit geringerer Traumtätigkeit und wachen leichter auf, damit sie willentlich Urin lassen können. Die Erfolgsrate beträgt 98% bei zweimaliger Behandlung.

Fallbeispiel: Bettnässen

Ein 17jähriges Mädchen und ihre 13jährige Schwester litten beide seit ihrer Kindheit an Enuresis. Sie waren schon auf unterschiedliche Weisen erfolglos behandelt worden. Sie wurden beide auf die beschriebene Art akupunktiert. Nach einem halben Jahr wurden sie nachuntersucht. Das Bettnässen war bei beiden Patientinnen nicht mehr aufgetreten.