Die Behandlung von Dysenterie mit Akupunktur und Moxibustion erzielt gute Ergebnisse bei der Behandlung der Dysenterie, besonders zur Fiebersenkung, Behandlung von Krämpfen, zur Schmerzlinderung und zur Beendigung der Durchfälle.

Akupunkturbehandlung

Die Hauptpunkte sind Ma 37 (shàng jù xū), Ma 36 (zú sān Iǐ) und Ma 25 (tiān shū). Das Nadelgefühl kann verstärkt werden, wenn man nach dem Beginn des Nadelgefühls die Nadel schnell hebt und langsam hineinstößt sowie wiederholt dreht. Anschließend wird sedierend manipuliert. Die Nadeln können 30 bis 60 Minuten liegengelassen werden. In dieser Zeit kann man sie alle 5 bis 10 Minuten manipulieren, um das Nadelgefühl aufrechtzuerhalten. In schweren Fällen kann man zwei- bis dreimal täglich behandeln, mit abnehmender Frequenz, bis der Patient geheilt ist. Wenn das Fieber persistiert, kann man an den Punkten Dü 14 (dà zhuī), Di 4 (hè gǔ) oder Di 11 (qū chí) sedieren oder die Punkte Lu 11 (shào shāng) oder die Ohrspitze bluten lassen (1 bis 2 Tropfen Blut). Bei Übelkeit und Erbrechen kann man an den Punkten Pk 6 (nèi guān) und KG 12 (zhōng wǎn) mit sedierender Manipulation nadeln, um den Magen zu harmonisieren und das Erbrechen zu stillen. Bei Tenesmen nadelt man KG 4 (guān yuán) und LG 1 (cháng qiáng) sedierend; hier soll sich dann das Nadelgefühl von KG 4 (guān yuán) aus ins Perineum ausbreiten, von LG 1 (cháng qiáng) zum Anus. Bei Krämpfen akupunktiert man Di 4 (hè gǔ), Pk 6 (nèi guān), N 1 (yǒng quǎn), LG 26 (rén zhōng), yìn táng, LG 20 (bǎi huì), und LG 16 (fěng fǔ) mit sedierender Manipulation, um den Wind auszuleiten. Bei Problemen mit der Atmung soll man dringend LG 26 (rén zhōng) oder LG 25 (sù liáo), Di 20 (yíng xiāng), KG 24 (chéng jiāng), Gbl 20 (fěng chí), LG 12 (shěn zhù), Lu 11 (shào shāng) und N 1 (yǒng quǎn) stechen. Bei beginnender Herzinsuffizienz nadelt man LG 20 (bǎi huì), LG 26 (rén zhōng), Pk 6 (nèi guān), Lu 5 (chǐ zé) und Gbl 43 (xiá xī) oder man lässt Blut ab am Punkt shí xuān, kombiniert mit anderen Notfallmaßnahmen wie Infusion von Flüssigkeit und Maßnahmen zur Schockbekämpfung. Akupunktur muss im Frühstadium der Erkrankung angewendet werden, sonst wird das Ergebnis schlechter sein.

Fallbeispiel

Ein achtjähriger Schüler kam ins Krankenhaus und klagte über Bauchschmerzen, Durchfälle und Fieber seit drei Tagen. Die Stühle waren jedes Mal spärlich gemischt mit Blut und Eiter. Er hatte mehr als 20 Stuhlentleerungen täglich. Am Tag zuvor hatte er wegen Krämpfen der Mundwinkel ein starkes Schlafmittel bekommen. Die Diagnose des örtlichen Krankenhauses war Dysenterie aufgrund bakterieller Infektion. Der Patient hatte Chloramphenicol bekommen. Er erbrach aber und konnte das Medikament nicht einnehmen. Als sich sein Zustand verschlechterte, wurde er in unser Krankenhaus überwiesen. Bei der Untersuchung war er bewusstseinsgetrübt, seine Gesichtsfarbe war blass, der Unterbauch gespannt, aber er hatte keinerlei pathologische Reflexe. Die Temperatur betrug 39,8° C. Bei der Stuhluntersuchung fanden sich Schleim, Eiter und Blut. Die Diagnose war auch hier bakterielle Dysenterie. Der Patient wurde stationär aufgenommen und bekam Infusionen mit Glucose und Salzlösungen und Zusatz von Vitamin C. Die Punkte LG 26 (rén zhōng), Di 4 (hè gǔ) und N 1 (yǒng quǎn) wurden genadelt. Nun wurde er wieder wach, und die Krämpfe der Mundwinkel waren verschwunden. Seine Gesichtsfarbe rötete sich. Ma 25 (tiān shū), Ma 36 (zú sān Iǐ) und Ma 37 (shàng jù xū) wurden einmal täglich akupunktiert. Die Nadeln wurden 20 Minuten liegengelassen. Die Temperatur fiel auf 36,8° C. Die Schmerzen im Bauch besserten sich, und der Patient hatte nur noch acht Stuhlentleerungen täglich. Alle Symptome waren am fünften Tag verschwunden. Der Patient war guten Mutes und hatte weder Eiter noch Blut im Stuhl. Er wurde nach weiteren vier Tagen entlassen.
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