Die hauptsächlichen Behandlungsprinzipien bei der Behandlung von Dysenterie und Diarrhö sind Klären der Hitze (qīng rè), Ausleiten der Nässe (lì shī), Harmonisieren des Magens (hé wèi) und Beenden der Durchfälle (zhǐ xiè).
Wenn die Erkrankung auch hauptsächlich den Magenmeridian (Fuß yáng míng) betrifft, beeinträchtigt die Dysenterie meistens auch qì und Blut. Also muss man auch qì regulieren (lǐ qì) und das Blut harmonisieren (hé xuè).
Nach unserer jahrelangen Erfahrung halten wir die Punkte KG 12 (zhōng wǎn), Ma 25 (tiān shū), KG 6 (qì hǎi) und Ma 36 (zú sān Iǐ) für die wichtigsten Punkte. Bei hohem Fieber sediert man LG 14 (dà zhuī) und Di 11 (qū chí), Bei Tenesmen akupunktiere ich zusätzlich LG 2 (yāo shū) und belasse die Nadeln 40 bis 50 Minuten.
Wenn das Fieber sinkt, moxibustiert man am Punkt KG 8 (shén què) für 40 Minuten.
Vier bis fünf Sitzungen, täglich appliziert, können die Erkrankung heilen.
Manipulation
Es wird ein kompliziertes Manipulationsverfahren empfohlen, das aus Heben und Stoßen, Drehen und Rotieren besteht. Wenn der Daumen nach vorne gedrückt wird beim Einführen der Nadel, so ist dies tonisierend; wenn jedoch der Daumen nach rückwärts gezogen wird, während die Nadel herausgezogen wird, so ist dies sedierend.
KG 12 (zhōng wǎn) wird sedierend manipuliert, und dabei soll das Nadelgefühl sich eher in die Richtung unterhalb des Nabels ausbreiten als nach oben in die Richtung auf das Epigastrium. Dieses letztere wirkt eher kontraindiziert.
Ma 25 (tiān shū) wird ebenfalls sedierend manipuliert, und das Nadelgefühl soll sich nach unten und nach seitwärts ausbreiten.
KG 6 (qì hǎi) wird gleichmäßig manipuliert, und das Nadelgefühl soll sich in Richtung des Perineums ausbreiten.
Am Punkt Ma 36 (zú sān Iǐ) wird sedierend manipuliert und das Nadelgefühl soll sich in Richtung des Fußes ausbreiten.
Bei hohem Fieber wird auch am Punkt LG 14 (dà zhuī) sedierend manipuliert. Hierzu nimmt der Patient eine sitzende Position ein, und das Nadelgefühl breitet sich in Richtung Brust- und Lendenwirbel hin aus. Wenn die Nadel herausgezogen wird, soll man sie schwenken, um das Einstichloch zu vergrößern, so dass die pathogene Hitze entweichen kann.
Am Punkt Di 11 (qū chí) wird sediert mit Ausbreitung des Nadelgefühls in den Arm.
In Rückenlage wird der Punkt LG 2 (yāo shū) akupunktiert. Die Nadel wird senkrecht eingestochen, und das Nadelgefühl breitet sich in Richtung Anus aus. Die Nadel wird dann schnell wieder herausgezogen.
Fallbeispiel
Eine 30jährige Frau klagte über Bauchschmerzen und Durchfälle seit zwei Tagen. Sie hatte etwa 30 Stuhlentleerungen mit Tenesmen und mit eitrigen und blutigen Stühlen, aber kein Fieber. Sie wurde uns durch die Notfallambulanz geschickt. Die Stuhlkultur zeigte, dass es sich um eine bakterielle Dysenterie handelte.
Die Punkte KG 12 (zhōng wǎn), Ma 25 (tiān shū), KG 6 (qì hǎi) und Ma 36 (zú sān Iǐ) wurden genadelt, und der Punkt KG 8 (shén què) moxibustiert. Die Nadeln wurden 40 Minuten liegengelassen.
Am nächsten Tag hatte sie lediglich 7 bis 8 Stuhlentleerungen. Dann wurde täglich akupunktiert. Am vierten Tag waren sowohl die Stuhluntersuchung als auch die klinische Situation unauffällig. Die Symptome waren verschwunden. Am sechsten Tag war die Stuhlkultur ebenfalls negativ. Die Patientin war geheilt und wurde aus dem Krankenhaus entlassen.























































































































































































































































































































































