Der wesentliche Aspekt bei der Behandlung von Epilepsie ist die Ausleitung von Wind und Schleim (xí fěng huò tán).

Die Hauptpunkte sind: LG 20 (bǎi huì), LG 14 (dà zhuī), LG 26 (rén zhōng), Gbl 20 (fěng chí), H 7 (shén mén), Le 3 (tài chōng), Di 4 (hè gǔ), Ma 36 (zú sān Iǐ), MP 6 (sān yīn jiāo), Ma 40 (fěng lóng).

Zusätzliche Punkte sind: yìn táng, Pk 7 (dà líng), Pk 6 (nèi guān) und Dü 3 (hòu xī).

An den Punkten Gbl 20 (fěng chí) und LG 14 (dà zhuī) werden die Nadeln nicht liegengelassen, und mit Heben und Senken sowie Drehen sedierend manipuliert. Am Punkt Gbl 20 (fěng chí) soll sich das Nadelgefühl bis in die Stirn ausbreiten, am Punkt LG 14 (dà zhuī) bis zum neunten und zehnten Brustwirbel.

An den Punkten LG 20 (bǎi huì) und LG 26 (rén zhōng) werden die Nadeln gedreht und sedierend manipuliert, bis ein Gefühl der Völle und des Taubseins entsteht, und dann 40 Minuten liegengelassen.

An den Punkten H 7 (shén mén), Le 3 (tài chōng) und Di 4 (hè gǔ) werden die Nadeln ebenfalls gedreht und sedierend manipuliert. Bei H 7 (shén mén) wird das Nadelgefühl in den Unterarm und in den kleinen Finger gelenkt, bei Le 3 (tài chōng) in Richtung auf den Fußrücken, und am Punkt Di 4 (hè gǔ) in Richtung auf den Zeigefinger, den Handrücken und den Unterarm.

Ma 36 (zú sān Iǐ), MP 6 (sān yīn jiāo) und Ma 40 (fěng lóng) werden neutral manipuliert und das Nadelgefühl wird in Richtung Fuß und Unterschenkel geleitet. Bei diesen Punkten werden die Akupunkturnadeln 40 Minuten liegengelassen und in dieser Zeit zwei- bis dreimal manipuliert.

Zehn Behandlungen bilden einen Behandlungszyklus, zwischen zwei Zyklen soll für zwei oder drei Tage eine Pause gemacht werden.

Fallbeispiel

Ein 36jähriger Arbeiter hatte vor fünf Jahren seinen ersten Anfall erlitten. Er war plötzlich bewusstlos hingestürzt, dabei war sein Blick nach oben fixiert, der Schaum stand vor seinem Mund und die Gliedmaßen waren kontrakt. Nach einigen Minuten wurde er wiederbelebt. Seither hatte er bis zu fünf Anfälle jeden Monat, die mehrere Minuten dauerten. Medikamente halfen ihm bisher nicht. Er konnte schlecht schlafen, sein Speichel floss überreichlich, er hatte immer einen trockenen Hals und eine rote Zunge mit gelbem fettem Belag. Sein Puls war gespannt, schlüpfrig und beschleunigt (xián huá shuò).

Die Diagnose lautete: aufflammendes Feuer der Leber (gān huǒ shàng yán) und dadurch gebildeten Wind (huǒ dòng shěng fěng). Diese beiden Faktoren verstärken sich gegenseitig und dringen in die oberen Sinnesorgane ein (shàng méng qīng qiào). Dadurch entsteht der Bewusstseins-Verlust. Das Aufflammen des Feuers in der Leber erzeugt den trockenen Hals. Wenn der yáng-Wind nach oben weht, sind die Augen nach oben fixiert und die Gliedmaßen kontrakt. Das Aufflammen des Feuers in der Leber bis zum Scheitel erzeugt Kopfschmerzen und Schwindel, während die nach oben gerichtete Störung des Schleims Unwohlsein und Schlaflosigkeit hervorruft. Die roten Seiten der Zunge und der gelbe fettige Belag, der gespannte, schlüpfrige und beschleunigte Puls sind allesamt Erscheinungsformen des ausgeprägten Feuers und Schleim in der Leber.

Die Behandlung musste die Leberenergie verteilen (shū gān), das Feuer ableiten (xiè huǒ) vom Schleim entlasten (huò tán) und den Patienten wiederbeleben (kāi qiào). Abwechselnd wurden bei jeder Sitzung drei bis vier Punkte akupunktiert. An zehn aufeinanderfolgenden Tagen wurde täglich akupunktiert. Nach einer Woche Pause wurde eine weitere Behandlungsserie gegeben. Nach drei Monaten wurden die anfallsfreien Intervalle länger. Dann wurden zwei bis drei Behandlungen in der Woche gegeben. Nach einem halben Jahr sistierten die Anfälle. Zur Festigung wurden zehn weitere Behandlungen gegeben. Zehn Jahre lang hatte der Patient keinen Rückfall.

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