Punktauswahl bei Blockade (bì)
Bei einer Blockade tritt eine plötzliche Bewusstlosigkeit auf. Der Patient hat schaumigen Speichelfluss, er krampft, der Kiefer ist fest geschlossen, das Gesicht gerötet. Der Puls ist gespannt, schlüpfrig und kräftig (xián huá yǒu lì).
Die Ursache dieser Symptomatik ist das Aufsteigen von Wind und Schleim (fěng tán shàng yǒng), dadurch werden die Sinnesorgane verstopft.
Die Punkte LG 26 (rén zhōng), LG 16 (fěng fǔ), Dü 3 (hòu xī), N 1 (yǒng quǎn), Ma 40 (fěng lóng), Di 4 (he gü) und Le 3 (tài chōng) werden akupunktiert und sedierend manipuliert. Beim Status epilepticus werden zusätzlich die Punkte LG 8 (jīn suō) und MP 9 (yīn Iíng quán) akupunktiert.
Punktauswahl bei Zusammenbruch (tuō)
Bei einem Zusammenbruch liegt die Ursache in einer Ermattung der Nierenenergie (shèn qì shuāi jie). Dadurch versagt das yáng (gū yáng yù tuō). Die Behandlung muss hier die Nieren wärmen (wěn shèn), das yáng zurückholen (huí yáng) und zusätzlich die Öffnungen aufmachen (kāi qiào).
Dazu akupunktiert man LG 20 (bǎi huì), KG 8 (shén què), KG 4 (guān yuán) und Pk 6 (nèi guān). Bis auf Pk 6 (nèi guān) werden alle Punkte mit der langen Moxarolle moxibustiert, um die Schweißproduktion zu beenden und die Gliedmaßen zu wärmen. Pk 6 (nèi guān) wird mit einer dünnen Nadel akupunktiert und tonisierend manipuliert.
Punktauswahl im Intervall
Im Intervall sind die Symptome meistens verursacht durch Mangel an yáng in der Milz und der Niere. Dann werden die Punkte auf der Grundlage der Symptomdifferenzierung ausgewählt.
Bei Mangel an yáng in der Milz (pí yáng bú zhèn) akupunktiert man Bl 20 (pí shū) und Ma 36 (zú sān Iǐ) tonisierend und moxibustiert, um das yáng der Milz zu stärken. Bei allgemeiner Nässe mit Schleim akupunktiert man MP 9 (yīn Iíng quán) und Ma 40 (fěng lóng) und manipuliert sedierend.
Bei Mangel an Essenz in der Niere (shèn jīng bù zú) akupunktiert man KG 4 (guān yuán) und N 3 (tài xī) und manipuliert tonisierend, außerdem wird der Punkt KG 4 (guān yuán) moxibustiert, um die Niere zu stärken (yì shèn gù běn). Zusätzlich kann man Bl 15 (xīn shū) und N 7 (fù liū) akupunktieren, um den Patienten zu beruhigen und die Anfallsfrequenz zu vermindern (níng xīn).
Wenn das Feuer im Herzen auflodert (xīn huǒ wàng), akupunktiert man KG 14 (jù què) und H 5 (tōng lǐ) oder auch H 3 (shào hǎi) und H 8 (shào fǔ).
Als allgemeine Regel soll man im Intervall nicht so viele Punkte behandeln und nur die wichtigsten auswählen. Die Punkte MP 9 (yīn Iíng quán), Ma 40 (fěng lóng) und H 8 (shào fǔ) werden sediert, alle anderen tonisiert oder neutral manipuliert. Mit Moxibustion muss man sehr vorsichtig umgehen.
Montakab, Hamid
Chinesische Medizin heute
Ein westliches Lehrbuch der östlichen Heilkunst
Das Organon der Chinesischen Medizin
Hamid Montakab ist einer der renommiertesten TCM-Therapeuten im deutsch- und französischsprachigen Raum. Er praktiziert und lehrt in der Schweiz, in Frankreich und Deutschland. Er war Mitbegründer und langjähriger Präsident der Schweizerischen Berufsorganisation für TCM (SBO-TCM) und gründete 1986 die Chiway Akademie für Akupunktur und asiatische Medizin in Winterthur. Er ist in der östlichen Medizin ebenso zu Hause wie in der westlichen und versteht es wie kein anderer, dieses Wissen mit seiner Praxiserfahrung aus Europa, Indien, China und den USA zu kombinieren.























































































































































































































































































































































