Epistaxis (Nasenbluten) kann durch Hitze in der Lunge oder im Magen verursacht werden (fèi wèi rè gǎn) oder durch Aufflammen des ministeriellen Feuers (xiàng huǒ nèi chì) im Holzelement, das die Lunge im Metallelement angreift (mù huǒ xíng jīn) und auch deren Öffnungen beeinträchtigt (shàng pò fèi qiào).

Warme Moxibustion am Punkt N 1 (yǒng quǎn), dem Brunnenpunkt des Nierenmeridians, kann dazu beitragen, die Energie der Lunge abzusenken (néng jiàng féi qì) und das ministerielle Feuer nach unten zu bewegen (xiàng huǒ xià xíng). Dadurch kann das Blut folgen, und das Nasenbluten wird gestillt.

Man entzündet eine Moxarolle und hält diese etwa 3 cm über den Punkt N 1 (yǒng quǎn). So gibt man pickende Moxibustion über drei bis fünf Minuten, und die Blutung wird langsam zum Stillstand kommen. Wenn sich der Patient sehr heiß fühlt, hebt man die Moxarolle etwas weiter weg, bis die Blutung steht. Das yáng wird durch diese Methode sehr kräftig gewärmt.

Fallbeispiel: Epistaxis (Nasenbluten)

Ein siebenjähriges Mädchen hatte sehr oft Nasenbluten. In der Hals-Nasen-Ohren-Abteilung unseres Krankenhauses wurden die Nasenlöcher mit Vaselintupfern ausgestopft, aber das half ihr nicht. Das Kind zog die Tupfer wieder heraus und die Blutung begann erneut. Sie war bereits blass und der Puls war versunken und schmal (chén xì). Sie wurde dann über dem Punkt N 1 (yǒng quǎn) warm moxibustiert, und die Blutung hörte innerhalb von drei Minuten auf.