Fieber bei Kindern entsteht meistens durch das Eindringen von äußeren pathogenen Faktoren (wài gǎn fā rè) oder bei Dyspepsie (nèi shāng shí jī fā rè). Mit Akupunktur und Tuina-Behandlung kann man gute Ergebnisse erzielen.

Behandlungsvorschrift für die Tuina-Behandlung

Man kneift am kleineren tiān xīn. Dieses Gebiet liegt zwischen dem Punkt 3E 4 (yáng chí) und dem Punkt yīn chí, der gegenüber auf der Palmarseite des Handgelenks lokalisiert ist. Man kneift mit Daumen und Zeigefinger 100mal. Dann drückt man shàng sān guān (das Gebiet auf der Rückseite des Unterarmes zwischen den Knochen des Handgelenkes und dem Olekranon) mit Zeigefinger und Mittelfinger 100mal. Diese Manipulation führt man bei Mädchen am linken Unterarm durch, bei Jungen am rechten Unterarm. Dann manipuliert man liù fǔ (auf der Palmarseite des Armes zwischen Pk 3 (qū zé) und den Knochen des Handgelenkes) durch Traktion. Auf der linken Seite streicht man hier 100mal entlang, unabhängig vom Geschlecht des Kindes. Aber besonders bei Jungen ist dieses Vorgehen antipyretisch wirksam.

Behandlungsvorschrift für die Akupunktur

Bei Fieber aufgrund einer Erkrankung durch die Einwirkung äußerer Pathogene akupunktiert man mit der dreikantigen Nadel an den Punkten Lu 11 (shào shāng) und 3E 1 (guān chōng) bis zum Bluten, bei Fieber nach einer Dyspepsie am Punkt sì fèng.

Fallbeispiel: Fieber bei Kindern

Ein dreijähriger Junge hatte seit zwei Tagen Fieber von 38,5° C. Er hatte eine verstopfte Nase und Schnupfen, hustete, sein Hals war gerötet, die Zunge ebenfalls rot mit dünnem gelbem Belag. Der Puls war schwebend und beschleunigt (fù shuò). Die Verbindungsgefäße an den Händen waren purpurfarben.

Die Diagnose lautete: Äußerliche Infektion durch pathogene Wind-Hitze (wài gǎn fěng rè).

Die Behandlung musste die oberflächlichen Pathogene durch wärmende und kühlende Methoden beseitigen (xīn liáng jiě biǎo). Die oben beschriebene Methode wurde angewendet. Der kleinere tiān xīn wurde 100mal gekniffen, liù fǔ 100mal gestrichen. Lu 11 (shào shāng) und 3E 1 (guān chōng) wurden mit der dreikantigen Nadel gestochen, wobei sich dunkelrotes bis schwarzes trübes Blut entleerte, bis das Blut rot und klar wurde. Anschließend fiel das Fieber auf 37° C, und die Farbe der Blutgefäße an den Fingern normalisierte sich.

Weitere zwei Behandlungen beseitigten die Symptome völlig.

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