Funktionelle uterine Blutungen entstehen aus Störungen der Funktion der drei inneren Organe Leber, Milz und Niere und durch Energiemangel in den Meridianen Durchdringungsgefäß (cōng-Meridian) und Konzeptionsgefäß, so dass die Funktion der Blutabsorption nicht mehr wahrgenommen werden kann. Daher muss die Behandlung die Leber beruhigen, qì regulieren (shū gān lǐ qì), die Milz kräftigen, die Niere nähren (jiàn pí bū shèn) und Durchdringungsgefäß und Konzeptionsgefäß regulieren und auffüllen (tiáo yì chōng rèn). Im Allgemeinen wird am Punkt MP 3 (tài bái) oder MP 1 (yīn bái) moxibustiert mit fünf bis sieben Moxakegeln. Damit erreicht man gute Ergebnisse.

Fallbeispiel

Eine 47jährige Frau wurde wegen ihrer Varizen behandelt und klagte dabei, dass sie seit zehn Tagen eine leichte Blutung habe. Ich behandelte sie mit Moxibustion am Punkt MP 3 (tài bái) mit sieben bohnengroßen Moxakegeln. Als sie drei Tage später zur zweiten Behandlung kam, stand die Blutung. Im nächsten Monat hatte sie dasselbe Problem und bekam diese Behandlung erneut mit Erfolg. Bei yáng-Mangel in Milz und Niere (pí shèn yáng xū) werden die Punkte KG 4 (guān yuán), Ma 36 (zú sān Iǐ) und MP 6 (sān yīn jiāo) akupunktiert und mäßig stark stimuliert. Wenn die Nadeln 15 bis 20 Minuten gelegen haben, moxibustiert man mit der Moxarolle an den Punkten Bl 23 (shen shü), LG 4 (ming men) und bä liäo (Bl 32 (ci liäo) und Bl 31 (shäng liäo)) für 10 bis 15 Minuten. Wenn der Unterbauch sich warm anfühlt, ist das Ergebnis gut.

Fallbeispiel

Eine 42jährige Frau klagte über funktionelle uterine Blutungen seit zehn Jahren. Sie blutete länger als zehn Tage, dabei war die Blutung besonders stark am zweiten und dritten Tag, vor allem wenn sie sich körperlich betätigte. Später tröpfelte das Blut manchmal bis zum Beginn der nächsten Periodenblutung. Die Patientin klagte über Schwindel, allgemeines Krankheitsgefühl, Kälte im Unterbauch, Frösteln im Rücken und im Leib. Sie hatte dünnflüssigen weißen Ausfluss. Bei der Untersuchung hatte sie eine blasse Gesichtsfarbe, umflorte Augen, eine leise Stimme und seufzte viel. Die Zunge war blass mit dünnem weißem Belag, der Puls versunken, schmal und kraftlos (chen xi wü li). Ma 36 (zú sān Iǐ) und MP 6 (sān yīn jiāo) wurden akupunktiert, und die Nadeln nach dem Ankommen des Nadelgefühls 15 Minuten liegengelassen. Sie wurde angewiesen, zu Hause mit einem Moxibustionsgerät selbst an den Punkten Bl 23 (shèn shū), LG 4 (mìng mén) und Bl 32 (cì liáo) und Bl 31 (shàng liáo) zu moxibustieren. Dazu wurde Moxawolle benutzt. Jede Moxibustion sollte 20 Minuten lang dauern, und sie sollte es täglich für sieben bis zehn Tage durchführen. Nach 20 Tagen kam sie zu einer erneuten Konsultation und erzählte, dass sich bei der Moxibustion das warme Gefühl immer mehr in den Bauch ausgebreitet habe, ihr Appetit sich gebessert habe und die Periode habe nur zwei Tage gedauert. Wieder wurde sie akupunktiert und weiter moxibustiert. Nach drei Monaten mit dieser Behandlung war sie fast beschwerdefrei. Einige Patientinnen haben Klumpen in dem ausgeschiedenen Blut. Hier werden die Punkte KG 4 (guān yuán), Ma 25 (tiān shū), Ma 36 (zú sān Iǐ) und MP 6 (sān yīn jiāo) jeden zweiten Tag akupunktiert. Sieben Behandlungen bilden einen Therapiezyklus. Diese Behandlung ergibt auch gute Ergebnisse.