Wir behandeln Funktionelle Uterusblutungen mit Moxibustion, um die Milz zu stärken, damit sie das Blut halten kann (bǔ pí shè xuè).

Punkte und Methoden

MP 1 (yīn bái) ist der Quellpunkt der Fuß tài yīn Milz-Leitbahn. Er wird auf beiden Seiten moxibustiert. Dies bewirkt eine Stärkung der Milz und des ursprünglichen qì (bǔ pí gù běn). So kann das Blut gehalten werden (yì qì shè xuè).

Nach der Methode der Stämme und Zweige (zǐ wǔ liú zhù), um den Punkt zu öffnen, moxibustieren wir zur sì-Zeit zwischen 9 bis 11 Uhr, weil dann der Milzmeridian am besten aufgefüllt werden kann. Zunächst wird der Punkt mit jīng wàn hóng-Salbe eingerieben, um Verbrennungen zu verhüten. Dann moxibustiert man direkt mit bohnengroßen Moxakegeln, indem man sie auf den Punkt setzt und anzündet. Wenn die Patientin über Schmerzen klagt, entfernt man den Kegel.

Im Allgemeinen benötigt man sieben Moxakegel, bis sich eine lokale Rötung zeigt. Man behandelt siebenmal hintereinander täglich in einem Zyklus. Dann muss man drei Tage Pause einlegen und kann danach einen neuen Zyklus beginnen.

Fallbeispiel 1

Eine unverheiratete 23jährige Frau klagte über unregelmäßige Periodenblutungen seit dem Alter von 17 Jahren. Sie hatte immer leichte Blutungen, oft bis zum Beginn der nächsten Periodenblutung. Verschiedene Therapieversuche mit traditionellen Medikamenten oder medizinische Herstellung eines regelmäßigen Menstruationszyklus erbrachten keine zufriedenstellenden Ergebnisse.

Seit den zurückliegenden fünf Monaten hatte sie dauernde Schmierblutungen mit Ausscheidung von Blutklumpen. Außerdem litt sie an Schwindel, Übelkeit, allgemeiner Erschöpfung, kalten Gliedmaßen, Kurzatmigkeit. Die Patientin wollte nicht sprechen und hatte schlechten Appetit. Ihr Gesicht war blass, sie ließ viel klaren Urin, der Stuhlgang war eher weich, die Zunge blass mit dünnem weißem Belag, der Puls versunken und schmal (chén xì).

Die Diagnose lautete: Beschädigung von qì und Blut (qì xuè xū ruò), Schwäche von Durchdringungsgefäß und Konzeptionsgefäß (chōng rèn bú gù). Die Behandlung musste die Milz kräftigen und qì stärken (bǔ pí yì qí) sowie Durchdringungsgefäß und Konzeptionsgefäß festigen (gù shè chōng rèn).

Wie oben beschrieben wurde moxibustiert. Nach der ersten Behandlung fühlte sich die Patientin am ganzen Körper warm, und die Blutung verminderte sich. Nach einer Behandlungsserie hatte sie nur noch leichte Schmierblutungen, und die Begleitsymptome wurden geringer. Nach zwei Serien war die Blutung gestillt. Bei mehreren Nachuntersuchungen war sie weiterhin beschwerdefrei.

Fallbeispiel 2

Eine unverheiratete 22jährige Frau hatte seit ihrer Menarche unregelmäßige Blutungen, wobei jede Periodenblutung länger als zehn Tage dauerte. Die letzte Periode kam weit vor der erwarteten Zeit und dauerte nun schon 40 Tage lang. Sie entleerte blasses Blut ohne Klumpen. Außerdem war ihr schwindlig. Die Patientin hatte Herzklopfen, Atemnot und schmerzende Knie und Leib, Völlegefühle, Appetitverlust, eine blasse Gesichtsfarbe. Die Zunge war rosa mit dünnem weißem Belag.

Die Diagnose lautete: Mangelzustand der Milz, die dadurch nicht in der Lage ist, das Blut zu halten (pí qí xū ruò, tǒng shè wú quán), Schwäche von Durchdringungsgefäß und Konzeptionsgefäß (chōng rèn bú gù). Die Behandlung musste die Milz stärken (bǔ pí qì) sowie Durchdringungsgefäß und Konzeptionsgefäß konsolidieren (gù chōng ren).

Am Punkt MP 1 (yīn bái) wurde zur sì-Zeit moxibustiert. Nach einer Behandlungsserie war die Blutung gestillt. Weitere drei Behandlungsserien heilten die Patientin. Bei der Nachuntersuchung war sie beschwerdefrei geblieben.

Endlich!

Moxibustion der Funktionellen Uterusblutung am Punkt MP 1 (yīn bái)

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