Folgende Punkte werden akupunktiert:
- Gbl 14 (yáng bái), Ma 1 (chéng qì), Ma 4 (dì cāng), Di 4 (hè gǔ)
- 3E 23 (sī zhú kōng), Ma 1 (chéng qì), LG 26 (rén zhōng), yí zhōng (Mitte der Wange).
Diese beiden Punktrezepte basieren auf der Kombination von Nah- und Fernpunkten und werden abwechselnd jeweils einmal täglich angewendet. Hierbei wird kräftig sedierend manipuliert und die Nadeln spitz und durchbohrend eingestochen. Die Nadeln werden im Allgemeinen für die Dauer von einer Stunde liegengelassen und alle drei Minuten manipuliert. 3 bis 10 Sitzungen sind ausreichend für eine Linderung der Beschwerden.
Fallbeispiel
Ein 38jähriger Angestellter klagte über ein Zittern der Gesichtsmuskulatur, das seit zwei Monaten bestand. Bei der Untersuchung zeigte sich, dass seine linke Augenbraue und die Gesichtsmuskulatur, die Lippen und der Mund anfallsweise anfingen zu zittern. Dies passierte 5- bis 7mal täglich und dauerte jeweils 5 bis 6 Minuten. Während der Anfälle waren die Gesichtsmuskeln nach links verzogen, die Augen geschwollen, und das Gesicht druckempfindlich, aber nicht taub. Nachts sistierten die Anfälle spontan. Das äußere Erscheinungsbild des Patienten war gut, Puls und Zunge normal. Er bekam westliche Arzneimittel ohne Erfolg.
Nach unserer Meinung mussten wir uns an folgende Anweisung halten: „Bei Winderkrankungen muss das erste Ziel der Behandlung das Blut sein. Wenn das Blut einmal aktiviert worden ist, wird die durch den Wind verursachte Erkrankung sich von selbst legen.“
Weil der yáng- míng-Meridian, der sehr reich an qì und Blut ist, entlang des Gesichts verläuft und rund um Lippen und Mund zirkuliert, wurden die Punkte Ma 1 (chéng qì), Ma 4 (dì cāng) und Di 4 (hè gǔ) behandelt, um die grundlegenden Sehnen zu befeuchten, indem der Meridian reguliert wird.
Weil der shào yáng-Meridian, der besondere Beziehung zum Wind hat, aufwärts zum lateralen Augenwinkel läuft, wurden Gbl 14 (yáng bái) und 3E 23 (sī zhú kōng) angewendet, um den Wind zu vertreiben und die Krämpfe zu beenden.
LG 26 (rén zhōng) stellt die Verbindung zum Lenkergefäß her und reguliert das qì der yīn-yáng-Meridiane.
Extrapunkt yí zhōng ist erfahrungsgemäß ein bedeutsamer Punkt zur Aktivierung des Blutes und zur Reinigung der Meridiane. Alle Punkte wurden sediert, und die Nadeln wurden lange Zeit belassen. Das Zittern der Gesichtsmuskulatur wurde sofort nach der Akupunktur unterbrochen. Am nächsten Tag trat es in bedeutend milderer Form auf. Nachdem auch das zweite Rezept am folgenden Tag angewendet worden war, war der Patient beschwerdefrei. Bei der Nachuntersuchung nach einem Monat hatte es keinen Rückfall gegeben.























































































































































































































































































































































