Bei dieser Behandlungsform sticht man kreisförmig um die Bläschengruppen herum. Als zusätzliche Punkte nadelt man 3E 5 (wài guān) und MP 6 (sān yīn jiāo).

Durchführung

Es werden vier bis acht Punkte um die Läsionen herum genadelt. Dazu wird eine 1,5 cun lange dünne Nadel jeweils 1,2 cùn tief in einem Winkel von 25° zur Mitte der Läsion hin eingestochen. Die Nadel wird leicht gedreht und rotiert, auch gehoben und gesenkt, um ein mildes Nadelgefühl zu erzeugen. Die Punkte an den Extremitäten werden stark sedierend manipuliert. Ein starkes Nadelgefühl soll entstehen. Behandelt wird einmal täglich, und die Nadeln werden 30 bis 40 Minuten liegengelassen. In der Regel reichen sieben Behandlungen aus.

Fallbeispiel: Herpes zoster

Eine 54-jährige Arbeiterin litt seit vier Tagen an Herpesausschlag, der an ihrem rechten Oberbauch begonnen hatte. Zu Anfang waren die Bläschen klein und schmerzten lokal. Die Patientin hatte ein Gefühl von prickelnder Hitze. Dann vergrößerten sich die betroffenen Bereiche rasch und flossen zusammen zu größeren Blasengruppen von 4×8 cm Größe. Die Blasen waren flüssigkeitsgefüllt, und die Umgebung gerötet. Sie hatte Durst, einen gelben fettigen Zungenbelag und einen gemäßigten Puls (huǎn). Mit der oben angegebenen Methode konnte ihr geholfen werden.
Buchempfehlung
Bernot, Johannes

Akupunkturkombinationen

Syndrombasierte Punktkombinationen für die heutige Praxis

In der westlichen Akupunktur erfolgt die Auswahl von Akupunkturpunkten üblicherweise symptomatisch. Das Wissen um die Punktkombinationen zur Behandlung von Syndromen ist im Westen bislang noch wenig erschlossen. Klassische Punktkombinationen werden in diesem Buch erstmals systematisch nach Syndromen erfasst und in strukturierter Weise für die tägliche Praxis erschlossen.