Akuter exogener Husten dauert meistens ein bis zwei Wochen. Der Krankheitsmechanismus bei dieser Erkrankung ist das Versagen der verteilenden Funktion der Lunge (fèi qì shī xuān) aufgrund des Einwirkens von oberflächlichen Pathogenen (biǎo xié) und aufflammendes Feuer der Leber, das die Lunge schädigt (gān huǒ fàn fèi). Die Symptome sind ein rauer Husten, der anfallsweise auftritt und am Abend schlimmer wird, verbunden mit einem trockenen juckenden Rachen, mit Durst, aber ohne Verlangen zu trinken, Laufschnupfen, nervöser Unruhe und Fieber oder Frösteln. Bei schwerem Husten ist das Gesicht gerötet; der Urin ist rötlich; die Zunge ist rot mit einem gelben Belag; der Puls in der linken mittleren Position (guān) ist schlüpfrig und beschleunigt sowie in der rechten distalen Position (cùn) schwebend und beschleunigt. Ein solcher Husten ist meistens hartnäckig und schwierig zu behandeln: Man nadelt auf dem Perikardmeridian (Hand jué yīn) den Punkt Pk 4 (xī mén), auf dem Dickdarmmeridian (Hand yáng míng) den Punkt Di 11 (qū chí) und auf dem Lebermeridian (Fuß jué yīn) den Punkt Le 3 (tài chōng), um die Verteilungsfunktion der Lunge zu stärken und die Lungenenergie zu beruhigen (xuān fèi píng gān).

Vorgehensweise bei akutem Husten

Der Patient liegt oder sitzt. Eine 1,5 bis 2 cùn lange dünne Nadel wird 1 bis 1,5 cùn tief am Punkt Pk 4 (xī mén) eingestochen, 1 bis 1,2 cùn tief am Punkt Di 11 (qū chí) und 0,5 bis 1 cùn tief am Punkt Le 3 (tài chōng). Die Nadeln werden jeweils senkrecht zur Haut eingestochen. Die Nadeln werden sedierend manipuliert und 20 Minuten liegengelassen. In dieser Zeit werden die Nadeln alle 3 bis 5 Minuten für die Dauer von 1 bis 3 Minuten mit Heben und Stoßen sowie durch Drehen und Rotieren manipuliert. Wenn der Husten sehr heftig ist, nervöse Unruhe und aufbrausendes Temperament vorliegen, muss man den Punkt Le 3 (tài chōng) sehr stark stimulieren. Die Nadel wird beim Herausziehen geschwenkt, um das Einstichloch zu vergrößern und gegebenenfalls eine Blutung zu verursachen. Es ist ausreichend, wenn an den Punkten Pk 4 (xī mén) und Le 3 (tài chōng) ein bis zwei Tropfen Blut austreten. Bei Kopfschmerzen kann man zusätzlich Lu 7 (liè quě) und Di 4 (hè gǔ) nadeln. Bei profusem Auswurf akupunktuiert man zusätzlich Ma 40 (fěng lóng). Bei Übelkeit fügt man Pk 6 (nèi guān) hinzu. Bei hohem Fieber gibt man noch LG 14 (dà zhuī). Man behandelt jeden zweiten Tag und meistens reichen zwei Sitzungen aus.