Punktauswahl bei Husten

Bei akuter Bronchitis mit starkem Husten und Schmerzen im Rachen oder, wenn die Erkrankung von einem oberflächlichen Syndrom begleitet wird, behandelt man folgende Punkte:
  • den Nacken und Hals beidseits paratracheal
  • die Brust
  • KG 22 (tiān tú),
  • Lu 9 (tài yuān) und
  • die Ellenbeuge.
Ganz besonders wichtig sind davon die beiden Seiten des 5. bis 7. Halswirbels, die paratracheale Region und Lu 9 (tài yuān). Bei chronischer Bronchitis mit häufigem Husten und Auswurf, der bei Wetterwechseln zu Rezidiven neigt, behandelt man KG 17 (dàn zhōng), KG 22 (tiān tú), die Interkostalräume vorne und hinten, Lu 9 (tài yuān) und KG 12 (zhōng wǎn). Dabei sind besonders wichtig die Brust, der Bauch, die paratrachealen Regionen und die Stellen, an denen man auf beiden Seiten der Brustwirbel 1 bis 8 knotige druckempfindliche Stränge tasten kann sowie die Submaxillarregion und der Punkt Dü 11 (tiān zōng).

Modifikationen

  • Bei Halsschmerzen und Heiserkeit: Die Submaxillarregion, paratracheal und paravertebral der Brustwirbel 3 bis 7 werden zusätzlich behandelt.
  • Bei Völlegefühl in der Brust und Kurzatmigkeit: Zusätzliche Behandlung der vorderen und hinteren Interkostalräume, KG 17 (dàn zhōng) und der Gegend unterhalb des Xyphoid.
  • Bei Verstopfung: Zusätzliche Behandlung der Sakralregion und des unteren Abdomens.
  • Bei Fieber, Husten und profusem Speichelfluss: Zusätzliche Behandlung mit starkem Beklopfen paravertebral der Brustwirbel, der paratrachealen Region 1 bis 5 und von Lu 9 (tài yuān).
  • Bei Schnupfen: Zusätzliche Behandlung der Nasenregion und von Di 20 (yíng xiāng).

Behandlungsmethode

Ein Punkt von etwa 0,5 bis 1,5 cùn Durchmesser wird mindestens 20 mal, im Allgemeinen 40 bis 50mal beklopft. An der Wirbelsäule wird in drei Linien von oben nach unten beklopft: 1 cm neben der Wirbelsäule liegt die erste Linie, 2 cm neben der Wirbelsäule die zweite und etwa 3 bis 4 cm daneben die dritte. An der Trachea werden an jeder Seite der Trachea drei Linien von medial nach lateral oder umgekehrt beklopft. Die paranasale Region wird in zwei bis drei Linien auf jeder Seite beklopft. In der Submaxillarregion wird in zwei bis drei Linien entlang dem Unterrand der Mandibula bis zum Kinn beklopft. In der Axillargrube wird entlang der Haut quer in zwei bis drei Linien beklopft.

Verlauf und Manipulation

Bei akuter Bronchitis wird einmal täglich behandelt, bis die Symptome gemildert sind, und von da ab jeden zweiten Tag. Bei chronischer Bronchitis behandelt man jeden zweiten Tag mit 15 Behandlungen innerhalb eines Therapiezyklus. Vor Beginn eines zweiten Behandlungszyklus muss man eine 14tägige Pause einlegen. Im Allgemeinen ist eine mäßig kräftige Stimulation angebracht. Die Kraft beim Beklopfen sollte aus dem Handgelenk kommen.

Fallbeispiel 1: Husten

Ein 12jähriger Schüler hatte sich vor 14 Tagen erkältet mit Schnupfen, Schmerzen über dem ganzen Körper und erhöhter Körpertemperatur. Er erhielt traditionelle und westliche Medikamente, und die Erkrankung besserte sich. Der Husten jedoch persistierte und trat besonders am Morgen und am Abend auf. Der Auswurf war zäh. Der Patient hatte ein Völlegefühl in der Brust und sein Hals juckte. Er hatte wenig Appetit, einen trockenen Stuhlgang, einen schmalen, beschleunigten Puls (xì shuò), einen dünnen Zungenbelag. Die Thoraxdurchleuchtung ergab keinen pathologischen Befund. Die Diagnose war: akute Bronchitis. Druckempfindliche Stränge fanden sich an beiden Seiten der Brustwirbel 1 bis 5. Der Patient wurde mit der Pflaumenblütennadel behandelt an den Punkten, die für die akute Bronchitis angegeben worden sind. Nach zwei Behandlungssitzungen war der Husten merklich gelindert und der Auswurf spärlicher. Nach drei Sitzungen war der Husten im Wesentlichen gestillt, und alle anderen Symptome abgeklungen. Der Patient fühlte sich wohl. Weitere vier Behandlungen wurden gegeben, um das Ergebnis zu konsolidieren.

Fallbeispiel 2: Husten

Ein 37jähriger Funktionär klagte über eine seit neun Jahren bestehende chronische Bronchitis. Er hustete das ganze Jahr über, besonders stark morgens und abends, und er hatte viel Auswurf. Er berichtete über ein Völlegefühl in der Brust und, dass er nachts 3 bis 4mal Wasser lassen musste. Traditionelle und westliche Arzneimittel hatten ihm bisher nicht geholfen. Bei der Untersuchung fanden sich weiche fadenförmige und teigige Massen beidseits paravertebral der Brustwirbel 3 bis 12, am Leib, und auch um die Musculi sternocleidomastoidei herum waren Knoten zu tasten. Er wurde mit der oben angegebenen Methode für chronische Bronchitis behandelt. Diese Behandlung mit der Pflaumenblütennadel erleichterte die Symptome schon nach sechs Behandlungen. Nach 14 Behandlungen waren der Auswurf und der Husten wesentlich gebessert. Nach 20 Sitzungen waren die Symptome im Wesentlichen verschwunden. Nach weiteren 18 Sitzungen hatte er einen guten Appetit und einen klaren Geist, und alle Symptome waren verschwunden. Bei der Nachuntersuchung nach drei Jahren war er ohne Rückfall geblieben.