Aufgrund jahrelanger Praxis haben wir die Punkte Dü 11 (tiān zōng), Ma 18 (rǔ gěn) und Dü 12 (bǐng fěng) als sehr wirkungsvoll bei Hypogalaktie erfahren. Dies ist unabhängig davon, wie lange das Problem schon besteht. Wenn Blut und qi fehlen und die Brüste nicht voll sind, die Patientin aber an Schlaflosigkeit leidet, kann man die Punkte Bl 15 (xīn shū) und Bl 20 (pí shū) akupunktieren. Man muss die Patientin richtig lagern, um zu vermeiden, dass sie kollabiert. Dü 11 (tiān zōng) liegt in der Mitte der Grube unterhalb der Spina Scapulae. Er kann die Meridiane klären (tōng jīng huó luò) und so die Milchausschüttung fördern. Ma 18 (rǔ gěn) liegt im fünften Interkostalraum unterhalb der Brustwarze. Er kann auch die Meridiane klären und die Laktation anregen (tōng jīng xià rǔ). Dü 12 (bǐng fěng) liegt in der Mitte der Grube oberhalb der Spina Scapulae. Er kann die Blutzirkulation fördern und die Meridiane klären (xíng xuè tōng luo). Bl 15 (xīn shū) liegt 1,5 cùn lateral am unteren Rand des Dornfortsatzes des fünften Brustwirbels. Er kann das Blut nähren und die Patientin beruhigen (yǎng  xuè ān shén). Bl 20 (pí shū) liegt 1,5 cùn lateral am Unterrand des Dornfortsatzes des elften Brustwirbels. Er kann die Milz stärken, das qì tonisieren und das Blut nähren (jiàn pí bǔ qì yǎng xuè). Tiefe und Richtung des Einstiches sind für den Erfolg der Akupunktur wichtig. Dü 11 (tiān zōng) wird senkrecht 5 fen tief gestochen. Nach dem Erreichen des qì-Gefühls dreht man die Nadel mit dem Daumen nach hinten und mit dem Zeigefinger nach vorne. Das Nadelgefühl soll sich in den Nacken ausbreiten. Am Punkt Dü 12 (bǐng fěng) wird senkrecht 5 fěn tief akupunktiert, auf keinen Fall tiefer, um keine inneren Organe zu verletzen. Dann wird ebenso manipuliert wie am Punkt Dü 11 (tiān zōng). Aus demselben Grund wird am Punkt Ma 18 (rǔ gěn) nur 2 fěn tief akupuktiert und ebenso manipuliert, das Nadelgefühl wird unter die Brustwarze geleitet. Auch Bl 15 (xīn shū) und Bl 20 (pí shū) werden nur flach akupunktiert. Es wird einmal täglich akupunktiert, und die Nadeln werden 30 Minuten liegengelassen. In dieser Zeit werden sie alle zehn Minuten manipuliert. Fünf Behandlungen bilden einen Therapiezyklus. Auch die Langzeitwirkung ist gut. Fallbeispiel Eine 29jährige Frau hatte fünf Tage nach der Entbindung noch keine Milch. Sie hatte während der Entbindung sehr viel Blut verloren. Sie hatte schlechten Appetit, schwache Gliedmaßen, schwitzte viel und konnte schlecht schlafen. Bei der Untersuchung war sie blass, erschöpft, die Zunge war glatt, der Puls leer und kraftlos (xū ér wú lì). Die Punkte Dü 11 (tiān zōng), Dü 12 (bǐng fěng), Ma 18 (rǔ gěn), Bl 15 (xīn shū) und Bl 20 (pí shū) wurden 20 Minuten lang akupunktiert und alle zehn Minuten manipuliert. Nachdem die Nadeln herausgezogen waren, begann die Milch zu fließen.  Es wurde noch eine weitere Behandlung gegeben, um den Behandlungserfolg zu sichern.

BUCHEMPFEHLUNGEN

Platsch, Klaus-Dieter

Die Medizin heilen

An der Schwelle einer neuen Gesundheitskultur

Ein spannendes, schlüssiges Buch, das zum Nachdenken und zur Neuorientierung anregt.