Mangelnde Milchproduktion (Hypogalaktie) bedeutet, dass die Mutter nach der Entbindung zu wenig Milch für ihr Baby hat. Akupunktur kann hier die besten Ergebnisse bei Leber-Stagnation und Stagnation von qì erreichen (gān yù qì zhi). Etwas weniger gute Wirkung zeigt die Akupunktur bei Mangel an qì und Blut als grundlegendem Disharmoniemuster (qì xuè liǎng xū). Folgende Punkte werden ausgewählt: Ma 36 (zú sān Iǐ), Ma 18 (rǔ gěn), KG 17 (dàn zhōng) und Dü 1 (shào zé), als Zusatzpunkt MP 6 (sān yīn jiāo).

Vorgehen

Die Patientin liegt entspannt in Rückenlage. Auf beiden Seiten wird nun zuerst Ma 36 (zú sān Iǐ) mit mäßiger Stimulation akupunktiert. Dann wird Ma 18 (rǔ gěn) akupunktiert, indem entlang der Subkutanschicht die Nadel 1 bis 1,5 cùn tief vorgeschoben wird, so dass sich ein Völlegefühl in der Umgebung ausbreitet. KG 17 (dàn zhōng) wird dann 1 bis 1,5 cùn tief akupunktiert, wobei die Spitze der Nadel auf beide Brüste zeigen soll. Alle Nadeln werden 15 Minuten liegengelassen und dann entfernt. Am Punkt Dü 1 (shào zé) wird spitz gestochen bis zum Bluten. Dann legt man beide Hände der Patientin waagerecht auf den Punkt KG 17 (dàn zhōng) und massiert von dort zu den Brüsten etwa 5 bis 15 Minuten lang, um das Ergebnis der Akupunktur noch zu verstärken. Wenn man mit drei Akupunkturbehandlungen keinen Erfolg erzielt, muss man zusätzlich MP 6 (sān yīn jiāo) akupunktieren.

Fallbeispiel

Eine 25jährige Angestellte hatte zwölf Tage nach Entbindung eine schwache Milchproduktion. Sie war sehr nervös und unruhig. Medikamente hatten die Laktation nicht verbessern können. Bei der Untersuchung sah sie kräftig aus, die Zunge war rot mit dünnem Belag, die Pulse gespannt (xián).  Die Diagnose lautete: Leber-Qi-Stagnation (gān yù qì zhi). Sie wurde wie oben erläutert behandelt. Nach nur einer Behandlung floss die Milch besser, und die Patientin konnte ihr Baby ernähren. Noch eine weitere Behandlung war ausreichend.
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