Man kann zur Behandlung von Hysterie gute Ergebnisse mit dem Verfahren erzielen, Kügelchen mit Sedativa auf Ohrpunkte zu kleben. Dabei werden gleichzeitig die therapeutisch wirksamen Substanzen langsam resorbiert und die Akupunkturpunkte durch Druck stimuliert.

Fallbeispiel

Ein 20jähriger Patient litt an Kopfschmerzen und Herzklopfen. Die Ursache dieser Beschwerden war wahrscheinlich seine Anspannung durch sehr intensives Studium in der Schule. Seine Beschwerden konnten mit Brompräparaten gelindert werden. Er hatte auch familiäre Probleme, war sehr nervös, seine Träume waren lebhaft, er war aller dieser Dinge überdrüssig, sein Kopf fühlte sich gespannt an, er war vergesslich und verlor seinen Appetit.

Der Patient bekam daraufhin Chloramphenicol und einen Sirup mit Fructus Schisandra (wǔ wèi zǐ), aber dies half ihm nicht. Weiterhin war er sehr still und traute sich allein nicht aus dem Haus. Sein Puls war schmal (xì), der Zungenbelag dünn. Es wurde die Diagnose Stagnation in der Leber (gān yù) gestellt.

Kleine Kügelchen mit Sedativa wurden auf die Ohrpunkte Niere, Subkortex, shén mén und Endokrinium geklebt. Er wurde angewiesen, diese Punkte nachmittags mehrere Male zu massieren, besonders aber um drei Uhr nachmittags. Die Kügelchen wurden jede Woche gewechselt. Nach zwei Wochen ging es dem Patienten besser. Seine Stimmung hob sich, und er berichtete, dass der Bereich in seinem Kopf, der sich gespannt angefühlt hatte, immer kleiner wurde. Weiterhin wurden Medikamente auf die Ohrpunkte Niere, Subkortex und shén mén geklebt. Nach fünf Behandlungen fühlte er sich wohl, ebenso bei der Nachuntersuchung nach einem halben Jahr.