Man kann bei Krampfanfällen bei Kindern vier unterschiedliche Syndrome unterscheiden: Schleim, Hitze, Krämpfe und Wind. Außerdem gibt es acht wichtige Zeichen: Zittern, klonische Krämpfe, Spastik, Opisthotonus, Überstreckung, ein starrer Blick, wandernde Beugung der Glieder.

Bei der Behandlung von akut auftretenden Anfällen muss man die Hitze klären und den Wind beruhigen (qīng rè xī fěng).

  • Man akupunktiert schnell am Punkt LG 20 (bǎi huì). LG 20 (bǎi huì) beherrscht das yáng des ganzen Körpers und kann die Hitze klären sowie die Krampftätigkeit beruhigen und beenden.
  • LG 14 (dà zhuī) ist der Kreuzungspunkt der drei yáng-Meridiane. Er kann Hitze klären, die Meridiane reinigen (shū tōng jīng mài) und den Wind zerstreuen (qū fěng).
  • LG 26 (rén zhōng) kann das Gehirn erfrischen und beruhigen (xǐng nǎo ān shèn).
  • Blutenlassen an den Extrapunkten shí xuān vermindert die Hitze in den zwölf Meridianen.
  • N 1 (yǒng quǎn) kann das Wasserelement nähren, das Gehirn erfrischen und den Wind beruhigen (zhuàng shuǐ xī fěng zhèn jìng).
  • Gbl 20 (fěng chí) macht die Meridiane und Sehnen durchlässig (shū tōng jīn mài) und lindert die Nackensteifigkeit.
  • Außerdem kann man die schmerzhaften Punkte punktieren, die Mundwinkel, die Nasenlöcher und am Extrapunkt yìn táng bluten lassen.

An allen Punkten werden die Nadeln nicht liegengelassen.

Fallbeispiel: Akute Krampfanfälle bei Kindern

Ein fünfjähriger Junge hatte plötzlich Fieber bekommen, das bis auf 39,5° C anstieg. Abends gegen 22 Uhr stieg das Fieber noch höher, er bekam Nackensteifigkeit, Kieferklemme und krampfte, die Augen waren fixiert, und er wurde zyanotisch. Die angegebenen Punkte wurden sofort akupunktiert, um den Jungen wiederzubeleben. Dies gelang mit nur einer Behandlung.

 

Bei chronischen Krämpfen sollte man im Wesentlichen die Ursachen behandeln, also das Innere wärmen, die Milz kräftigen (wěn zhōng jiàn pí), das yáng wärmen, um so die Kälte zu vertreiben (wěn yáng zhú hán), das yīn unterstützen und yáng unterdrücken (yù yīn qián yáng), die Leber besänftigen und den Wind beruhigen (róu gān xī fěng).

  • Ma 36 (zú sān Iǐ) wird akupunktiert, um die Milz aufzufüllen und den Magen zu kräftigen (bǔ pí jiàn wèi), damit die Wurzel für die erworbene Essenz tonisiert wird (yì hòu tiān zhi běn), das yáng gewärmt und die Kälte vertrieben wird (wěn yáng zhú hán).
  • KG 12 (zhōng wǎn) kräftigt die Milz und harmonisiert den Magen (jiàn pí hé wèi), unterstützt yáng und hemmt yīn (fú yáng yì yīn).
  • MP 6 (sān yīn jiāo) als Kreuzungspunkt der drei yīn-Meridiane kann den Mangel an yáng in der Milz und in der Niere behandeln (liaó pí shén yáng xū), der dazu beiträgt, dass der innere Wind Krämpfe verursacht (fěng nèi dòng).
  • Le 1 (dà dūn) kann das yīn nähren und yáng unterdrücken (yù yīn qián yáng), die Leber beruhigen und den Wind dämpfen (róu gān xī fěng).

Alle diese Punkte werden moxibustiert.

Fallbeispiel: Chronische Krampfanfälle bei Kindern

Ein vierjähriger Junge litt an chronischer Diarrhö mit Auszehrung. Er war sehr fahl und schlief immer wieder ein, die Augen waren im Schlaf offen, und der Puls versunken und langsam (chén huǎn). Zwei Behandlungen mit Moxibustion an den oben beschriebenen Punkten beseitigten seine Beschwerden.