Seit 1981 wenden wir bei der Behandlung der Kurzsichtigkeit bei Kindern die Methode an, an den Ohrpunkten Leber, Niere, shén mén, jīn shì 1, jīn shì 2, Hinterkopf, Auge 1 und Auge 2 Medikamente zu implantieren. Wir haben damit gute Erfolge. Die Methode ist schmerzlos und nebenwirkungsarm, außerdem einfach und billig.
Auswahl
Es werden folgende Ohrpunkte ausgewählt: Niere, Leber, shén mén, jīn shì 1 (zwischen den Ohrpunkten Ösophagus und Mund), jīn shì 2 (auf der Verbindungslinie zwischen Subkortex und Endokrin), Hinterkopf, Auge 1 und Auge 2. Es werden bei jeder Behandlung fünf bis sechs Punkte akupunktiert.
Methode
Man benötigt einerseits ein Medikament von harter Struktur, andererseits soll der Effekt die Blutzirkulation des Auges verbessern. Deshalb haben wir Semen impatientis (jí xìng zǐ) ausgewählt.
Zuerst werden die empfindlichen Punkte ausgewählt und die Haut desinfiziert. Die Samenkörner werden mit einem Pflasterstück auf die Ohrpunkte geklebt. Mit dem Finger wird auf die Punkte gedrückt, bis ein Gefühl der Hitze, Spannung und Rötung entsteht. Der Patient soll selbst die Punkte einige Male täglich massieren.
Die Pflaster werden einmal in der Woche gewechselt, dabei bilden vier Behandlungen einen Therapiezyklus. Zwischen zwei Behandlungszyklen wird eine Pause von einer Woche eingelegt. Vor einer neuen Serie sollte man das Sehvermögen prüfen. Falls nach zwei aufeinanderfolgenden Behandlungszyklen die Sicht sich nicht verbessert hat, soll man das Behandlungsregime ändern. Ein Sehvermögen von 1,0 wird als normal angesehen. Man soll aber weiter behandeln, um den Behandlungserfolg zu konsolidieren.
Fallbeispiel 1
Ein achtjähriger Junge konnte seit zwei Jahren schlecht sehen. Vor der Behandlung war sein Sehvermögen auf beiden Augen 0,6. Nach einer Woche Behandlung besserte es sich auf 1,2 rechts und 1,0 links. Nach der zweiten Woche war das Sehvermögen 1,2 rechts und 1,5 links. Ein weiterer Behandlungszyklus wurde zur Konsolidierung des Effektes angewendet.
Fallbeispiel 2
Ein fünfjähriges Mädchen litt seit drei Monaten an Kurzsichtigkeit. Vor der Behandlung war das Sehvermögen 0,6 auf beiden Seiten. Nach einer Behandlungsserie verbesserte sich die Sicht auf 0,3 rechts und 0,8 links, nach sieben Wochen betrug sie 1,0 beiderseits. Nach drei Behandlungsserien wurde 1,5 auf beiden Seiten erreicht und dann die Behandlung beendet. Nach fünf Jahren wurde sie nachuntersucht und hatte auf beiden Seiten 1,5.
Englert, Stefan; Becker, Simon; Wiebrecht, Axel;
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