Punktauswahl
Wir wählen Punkte auf dem Konzeptionsgefäß, dem Durchdringungsgefäß (chōng-Meridian), dem Nierenmeridian und dem Magenmeridian. Das Behandlungsziel ist, Durchdringungsgefäß und Konzeptionsgefäß zu regulieren (tiáo chōng rèn), die Niere zu stärken und qì zu festigen (bǔ shèn gù qì). So das yáng angehoben und das Absinken beseitigt werden (shěng yáng jǔ xiàn), und der Uterus kann sich wieder in seine normale Lage zurückziehen (gù shè bāo gōng).
- Gruppe: LG 20 (bǎi huì), KG 4 (guān yuán), N 12 (dà hè), Gbl 28 (wéi dào), Ma 36 (zú sān Iǐ).
- Gruppe: LG 20 (bǎi huì), KG 6 (qì hǎi), KG 3 (zhōng jí), zǐ gōng, N 11 (héng gǔ), N 3 (tài xī).
Die zwei Gruppen werden abwechselnd täglich akupunktiert. Sieben Sitzungen bilden einen Therapiezyklus. Zwischen zwei Behandlungen werden drei bis fünf Tage Pause gemacht.
Vorgehen
Es werden 30 G dünne Nadeln benutzt. Die Punkte Gbl 28 (wéi dào) und zi gong werden im Winkel von 45° in Richtung auf die Symphyse akupunktiert. An den Punkten KG 4 (guān yuán), KG 6 (qì hǎi), KG 3 (zhōng jí), N 12 (dà hè) und N 11 (héng gǔ) werden die Nadeln senkrecht eingestochen bis zu einer Tiefe, dass die Patientin die Retraktion des Uterus spürt. Mit Drehen der Nadeln werden sie tonisierend manipuliert. Wenn man die Nadeln am Abdomen manipuliert, soll die Patientin tief einatmen und den Unterbauch einziehen, um so die Retraktion des Uterus zu verstärken. Am Punkt LG 20 (bǎi huì) wird moxibustiert. Alle anderen Punkte werden tonisiert.
Bemerkung
Vor der Akupunktur soll die Patientin ihre Blase entleeren. Während des Therapiezyklus sollen Koitus und körperliche Anstrengung unterlassen werden. Nach der Behandlung sollte ein Uteruspessar angelegt werden, um den Uterus in der Position für einen Monat zu fixieren. So kann der Behandlungserfolg konsolidiert werden.
Fallbeispiel 1
Eine 42jährige Lehrerin litt seit sechs Jahren an Uterusprolaps, der sich infolge vieler Geburten und zu früher körperlicher Belastung nach den Entbindungen ausgebildet hatte. Sie war kurzatmig, hatte einen schlaffen und vollen Unterbauch sowie Wundheitsgefühle. Bei der Untersuchung war die Zunge blass mit dünnem weißem Belag, der Puls war schmal und schwach (xì ruò). Bisherige Behandlungen hatten ihr nicht geholfen. Der Uterusvorfall war zweit-gradig. Nach der oben beschriebenen Behandlungsweise wurde akupunktiert und moxibustiert. Sie wurde noch zehn Jahre lang regelmäßig untersucht und hatte in dieser Zeit keinen Rückfall.
Fallbeispiel 2
Eine 45jährige Bäuerin litt seit zwölf Jahren an Uterusprolaps, nachdem sie unmittelbar nach Entbindung schwere Arbeit leisten musste. Sie litt unter Schwindel, Übelkeit, Ohrgeräuschen, Herzklopfen, Atemnot, ihr Unterbauch war schlaff und voll, sie hatte ein Gefühl von Wundheit im Leib und in den Beinen. Die Zunge war blass mit dünnem weißem Belag, der Puls schmal und schwach
(xì ruò). Der Uterusprolaps war zweit-gradig. Nach zehn Sitzungen Akupunktur und Moxibustion besserte sich ihr Zustand. Bei der Nachuntersuchung nach zehn Jahren hatte sie keinen Rückfall.























































































































































































































































































































































