Mangelnde Milchproduktion (Hypogalaktie) entsteht meistens aufgrund von Mangel an qì und Blut (qì xuè kuī xū). Deshalb soll man bei der Behandlung erst tonisieren (bǔ yì) und dann klären (shū lì). Es gibt auch sehr therapieresistente Fälle. Dies kann an einer Blockade von Blut und qì liegen (qì xuè yōng zhì), die dann ebenfalls durch Klären behandelt werden muss (shō dǎo tōng rǔ).

Die Punkte KG 17 (dàn zhōng), 3E 5 (wài guān), Di 4 (hè gǔ) und Dü 1 (shào zé) werden ausgewählt. Bei Patientinnen, die nach einem Blutverlust sehr schwach sind, kann man KG 17 (dàn zhōng) moxibustieren und Ma 36 (zú sān Iǐ) akupunktieren und moxibustieren. Bei Mangel an Blut und qì muss man tonisierende Methoden anwenden, bei Fällen mit Überschuss sedierende.

Man behandelt einmal täglich. Wenn nach drei Behandlungen kein Erfolg eintritt, muss man nach anderen Behandlungsmethoden suchen. Nach unserer klinischen Beobachtung sind die Fälle, die drei bis fünf Tage nach Entbindung zur Behandlung kommen, leicht zu heilen. Wenn sie nach zehn Tagen kommen, kann man noch mäßige Erfolge erzielen. Wenn die Probleme schon länger als einen Monat bestehen, sind die Ergebnisse schlecht.

Fallbeispiel mangelnde Milchproduktion

Eine 33jährige Frau kam in die Behandlung, als sie ihr drittes Kind geboren hatte. Drei Tage post partum hatte sie immer noch keine Milch für das Kind. Während der Entbindung hatte sie nicht sehr viel Blut verloren. Sie hatte kaum mehr Appetit. Ihr erstes Kind hatte sie aus demselben Grund mit Fertignahrung aufziehen müssen. Sie bat um Akupunkturbehandlung.

Bei der Untersuchung fanden wir sie sehr dünn mit blassem Gesicht, aber guten Mutes. Sie hatte keine vollen Brüste. Ihre Zunge war mit dünnem Belag bedeckt, der Puls versunken und schmal (chén xì). Die Diagnose lautete: Mangel an qì und Blut (qì xuè liǎng xū), Unfähigkeit zur Milchproduktion.

KG 17 (dàn zhōng) wurde moxibustiert bis zum Auftreten einer Rötung, um so die Energie der Mitte zu kräftigen (bǔ yì zhōng qì). Dü 1 (shào zé) und Di 4 (hè gǔ) wurden akupunktiert, um die Flüssigkeiten zu klären (shü qi fin ye). 3E 5 (wài guān) kann die Energie des Körpers transportieren (zhǔ qì zhuǎn yùn). Ma 36 (zú sān Iǐ) wurde akupunktiert und moxibustiert, um qì und Blut zu stärken (bǔ qì xuè). Die Nadeln wurden 30 Minuten liegengelassen. In dieser Zeit wurden sie dreimal manipuliert. Nach fünf Stunden setzte die Milchsekretion ein.

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Akupunktur und Moxibustion bei mangelnder Milchproduktion durch Tonisierung bei Mangel-Syndromen und Klären der Meridiane bei Überschuss-Syndromen

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