Enteritis durch Pilzbefall ist im Wesentlichen eine Art von Diarrhö und kann mit Moxibustion geheilt werden.

In folgender Weise bereitet man die Moxakegel vor:

Man mischt Moxakraut mit wildem Ingwer im Verhältnis 10:1 und zerkleinert es. Mit den Fingern formt man kleine, etwa 2 cm hohe Kegel daraus. Diese beiden Inhaltsstoffe sind von Natur aus reines yáng und deshalb die richtige Behandlung bei Enteritis durch Pilzbefall, denn hier handelt es sich um einen Mangel an yáng und ein Übermaß an yīn.

Folgende Punkte werden ausgewählt:

KG 12 (zhōng wǎn), KG 8 (shén què), KG 4 (guān yuán), Ma 25 (tiān shū) und Ma 36 (zú sān Iǐ). Diese Punkte können die Funktionen des Verdauungstraktes regulieren (tiáo Iǐ pí wèi). Ihre Anwendung tonisiert die yáng-Energie von Milz und Nieren, so dass diese Organe zang wieder funktionieren und ihre Transportfunktionen erfüllen können. Eine normale Funktion des Verdauungstraktes und die Normalisierung der Transportfunktion kann die Durchfälle beenden.

Vorgehen

Man wendet direkte, nicht narbenbildende Moxibustion an. Man reibt etwas Öl auf den Punkte, um die Haftung der Moxakegel zu verbessern und Verbrennungen zu verhüten. Dann setzt man den Moxakegel auf den Punkt, zündet ihn an und wechselt ihn dann aus, wenn das Hitzegefühl und die Schmerzen unerträglich werden. Man benötigt fünf Kegel, bis die Haut am Punkt gerötet und ist. Diese Behandlung wird täglich durchgeführt. Zehn Sitzungen bilden einen Therapiezyklus. Zwischen zwei Therapiezyklen muss eine Pause von drei Tagen eingelegt werden. Im Allgemeinen werden 1 bis 4 Behandlungszyklen benötigt. Nach Beendigung des zweiten Zyklus soll man den Stuhl untersuchen. Wenn weiterhin Pilze gefunden werden, muss weiter behandelt werden. Findet man keine, kann man die Therapie beenden.

Fallbeispiel 1

Ein 36jähriger Arbeiter kam wegen Durchfällen in unser Krankenhaus. Diese Durchfälle bestanden seit 15 Jahren, und er hatte täglich fünf Stuhlentleerungen. Seit einem halben Jahr war es ihm immer schlechter gegangen. Die Stühle waren dünn mit Schleimbeimengungen. Seit langem war er ohne Erfolg mit traditionellen und westlichen Medikamenten behandelt worden. Unter dem Mikroskop fand man Pilze im Stuhl; der Bariumeinlauf deckte die chronische Colitis auf. Die Diagnose war: Enteritis durch Pilzbefall. Der Patient hatte häufige dumpfe Bauchschmerzen, laute Darmgeräusche und abendliche Stuhlentleerungen mit gelben dünnen Stühlen, mit Schleim, bis zu fünfmal täglich, insbesondere wenn er fettreiche Mahlzeiten zu sich genommen hatte. Er klagte über ein Völlegefühl im Unterbauch, Appetitverlust und Abneigung gegen Kälte. Die Zunge war pinkfarben mit dünnem weißem Belag, der Puls schwach und schmal (xì wú lì). Die Diagnose lautete: Diarrhö. Die Syndromdifferenzierung ergab einen Mangel an yáng in Milz und Nieren, wobei trübe Nässe sich im Darm nach unten absenkte. Die Behandlung musste darin bestehen, Milz und Nieren zu regulieren, die Nässe zu zerstreuen und die trüben Anteile auszuleiten. An den Punkte KG 12 (zhōng wǎn), KG 8 (shén què), KG 4 (guān yuán), Ma 25 (tiān shū) und Ma 36 (zú sān Iǐ) wurde moxibustiert. Nach dreitägiger Behandlung kam es nur noch zu zwei Stuhlentleerungen täglich, und das Völlegefühl im Unterbauch war vermindert. Der Appetit besserte sich. Weitere zwei Behandlungsserien mit Moxibustion wurden gegeben. Anschließend hatte er nur noch einmal täglich Stuhlgang ohne weitere klinische Symptomatik. Dreimalige Stuhluntersuchungen auf Pilze verliefen negativ. Auch ein erneuter Bariumeinlauf erbrachte ein unauffälliges Ergebnis. Weitere fünf Sitzungen wurden durchgeführt. Dann verließ er das Krankenhaus und war auch bei mehreren Nachuntersuchungen rückfallfrei.

Fallbeispiel 2

Ein 41jähriger Funktionär kam ins Krankenhaus, weil er Durchfälle bekommen hatte, nachdem er einmal vom Regen durchnässt worden war. Im Stuhl fanden sich Pilze, und er bekam zunächst über längere Zeit Antibiotika ohne besonderen Therapieerfolg. Bei der Untersuchung hatte er sehr laute Darmgeräusche und dreimal am Tag Durchfälle. Der Stuhl war weich mit Schleimbeimengungen und scharfem Geruch. Er hatte häufige Windabgänge. Er fühlte eine Schwäche in den Gliedmaßen, hatte den Appetit verloren, die Zunge war pinkfarben mit gelbem Belag, der Puls schwach und schmal (xì ruò). Candida albicans fand sich im Stuhl und der Bariumeinlauf zeigte Zeichen für eine Colitis ulzerosa. Nach der Syndromdifferenzierung hatte der Patient einen Mangel in Milz und Magen (pí wèi xū ruò) mit absteigender trüber Nässe (shī zhuó xià zhù). Die Behandlung bestand darin, die Milz zu stärken, den Magen zu harmonisieren und die trübe Nässe zu klären. An den Punkten KG 12 (zhōng wǎn), KG 8 (shén què), KG 4 (guān yuán), Ma 25 (tiān shū) und Ma 36 (zú sān Iǐ) wurde moxibustiert. Nach einem Therapiezyklus hatte er einmal tägliche Stuhlentleerungen ohne scharfen Geruch. Bis auf die lebhaften und lauten Darmgeräusche waren alle anderen Symptome verschwunden. Nach vier Zyklen Moxibustion ergaben verschiedene Untersuchungen auf Candida albicans negative Ergebnisse. Eine Wiederholung des Bariumeinlaufes zeigte keine Läsionen mehr, und alle Zeichen der Colitis ulcerosa waren verschwunden. Daraufhin wurde er aus dem Krankenhaus entlassen. Nachuntersuchungen ergaben keine Zeichen für einen Rückfall.
Moxibustion von Diarrhö durch Enteritis mit Pilzbefall

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