Behandlungsvorschrift
- Bl 1 (jīng míng), Gbl 20 (fēng chí), Gbl 37 (guāng míng), Gbl 14 (yáng bái);
- Ma 1 (chéng qì), tài yáng, Gbl 1 (tóng zǐ liáo), Le 3 (tài chōng);
- qiú hòu, Ma 8 (tóu wéi), Bl 2 (zǎn zhú), Gbl 41 (zú lín qì).
Fallbeispiel
Eine 19jährige Studentin konnte seit sechs Jahren entfernte Dinge nur verschwommen sehen. In den letzten Jahren hatte sich die Sehstörung verschlimmert. Sie konnte nicht in der Entfernung von einem Inch lesen, und in einer Entfernung von fünf Metern konnte sie Zweige und Blätter eines Baumes nicht unterscheiden. Sie klagte auch über ein Druckgefühl in der Stirngegend und ermüdete leicht. Bei der Untersuchung hatte sie ein Sehvermögen von 0,2 links und 0,1 rechts. Sie hatte 650° starke Korrekturgläser. Sie hatte ein leichtes Trachom, der Fundus war normal, der Puls war gespannt und schmal (xián xì), die Zunge rosafarben mit dünnem weißem Belag. Die Familiengeschichte war unergiebig. Früher hatte sie bereits an akuter Konjunktivitis gelitten. Bl 1 (jīng míng) und Bl 2 (zǎn zhú) wurden akupunktiert, weil der Fuß tài yáng-Blasenmeridian am lateralen Augenwinkel beginnt und ein Ast mit dem supraorbitalen Ast in Verbindung steht. Akupunktur auf diesem Meridian kann deshalb die Gefäße und Verbindungsgefäße klären (shū tōng mài luò), den Kopf befreien und die Sicht verbessern (qīng lì tóu mù). Qiú hòu, ein außerordentlicher Punkt, sowie Ma 1 (chéng qì) und Ma 8 (tóu wéi) vom yáng míng-Meridian werden akupunktiert. Der yáng míng-Meridian ist reich an yáng, Blut und qì, und wenn man ihn akupunktiert, kann er befeuchten (rú rùn jīng mài zhī qì xuè). Gbl 20 (fēng chí), Gbl 14 (yáng bái), Gbl 1 (tóng zǐ liáo), Gbl 37 (guāng míng), Gbl 41 (zú lín qì) liegen alle auf dem shào yáng-Meridian, außerdem kann man dazu auch den außerordentlichen Punkt tài yáng rechnen. Le 3 (tài chōng) gehört zum juě yīn-Meridian. Die shào yáng- und juě yīn-Meridiane haben Verbindungen im Gesicht und mit dem Sehnerven und sind auch untereinander verbunden. Akupunktur an diesen Punkten klärt die Meridiane und aktiviert die Verbindungsgefäße (tōng jīng huó luò). Qì und Blut wird dadurch reguliert und das Auge genährt, so kann die Kurzsichtigkeit verbessert werden. Im vorliegenden Fall verbesserte sich nach zehn Behandlungen das Sehvermögen bis 1,0 auf beiden Seiten, und die Patientin benötigte keine Brille mehr. Bei der Nachuntersuchung nach einem Jahr war der Behandlungserfolg stabil geblieben.Englert, Stefan; Becker, Simon; Wiebrecht, Axel;
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