Mit Akupunktur an den beiden Punkten Gbl 12 (wán gǔc) und H 7 (shén mén) als Hauptpunkte kann Schlaflosigkeit unabhängig von Alter und Geschlecht des Patienten und vom Krankheitsverlauf behandelt werden. Der Punkt Gbl 12 (wán gǔc) nährt das Blut und beruhigt den Geist (yǎng xuè ān shén). H 7 (shén mén) nährt das Herz, ergänzt das Blut und beruhigt ebenfalls den Geist (bǔ xīn yǎng xué ān shén).

Wenn die Schlaflosigkeit darauf beruht, dass die Verbindung zwischen Nieren und Herz abgerissen ist (xīn shèn bù jiāo), akupunktiert man zusätzlich Bl 23 (shèn shū), um das Wasser in den Nieren aufzufüllen und so das Herz zu unterstützen (bǔ shèn shuǐ, shàng jì yú xīn).

Bei einem Mangelzustand des Herzens und der Milz soll man zusätzlich Bl 20 (pí shū) akupunktieren, um die Milz zu nähren und das Blut zu regenerieren (bǔ pí shěng xuè yǎng xuè).

Vorgehensweise

  • Gbl 12 (wán gǔc) liegt in einer Grube unterhalb und hinter dem Mastoid. Dieser Punkt wird drei fěn tief, auf keinen Fall tiefer, akupunktiert.
  • H 7 (shén mén) liegt auf dem Herzmeridian in der Grube am ulnaren Ende der Handgelenksfalte.
  • Bl 20 (pí shū) ist ein Punkt auf dem Rücken, durch den Essenz (jīng qì) fließt. Er liegt 1,5 cùn lateral der Unterseite des Dornfortsatzes des elften Brustwirbels. Man soll hier nicht zu tief akupunktieren, 3 fěn sind ausreichend.
  • Bl 23 (shèn shū) liegt 1,5 cùn lateral der Unterseite des Dornfortsatzes des zweiten Lendenwirbels. Um keine inneren Organe zu verletzen sollte auch hier nur 3 fěn tief akupunktiert werden.

Wenn das Nadelgefühl in diesen Punkten angekommen ist, akupunktiert man neutral und lässt die Nadeln 30 Minuten liegen. In dieser Zeit werden sie alle zehn Minuten manipuliert. Zehn Behandlungen bilden einen Behandlungszyklus und zwischen zwei Zyklen legt man eine Pause von zwei Tagen ein. Wenn weitere Behandlung erforderlich ist, kann man einen weiteren Zyklus geben. In den meisten Fällen hat man jedoch schon sofort oder nach ein bis drei Tagen Erfolg.

Fallbeispiel: Schlaflosigkeit

Eine 31jährige Frau litt an Schlaflosigkeit, die sich kürzlich verschlimmert hatte. Sie konnte nicht die ganze Nacht durchschlafen. Außerdem litt sie an Appetitlosigkeit. Bei der Untersuchung sahen wir eine ausgezehrte Frau, sie war erschöpft, hatte eine fahle Gesichtsfarbe, schlechten Appetit, und die Zunge war blass mit weißem Belag, der Puls versunken und kraftlos (chén wú Iì).

Gbl 12 (wán gǔc), H 7 (shén mén) und Bl 20 (pí shū) wurden wie oben beschrieben akupunktiert. In derselben Nacht konnte sie bereits vier Stunden schlafen. Nach fünf Behandlungen schlief sie gut. Weitere fünf Behandlungen wurden gegeben, um den Erfolg zu konsolidieren. Auch bei der Nachuntersuchung nach drei Jahren hatte sie keine Klagen.

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