Bei Schlafstörungen soll der Patient seine Füße in heißem Wasser zehn Minuten lang baden und die Füße dann trocken reiben. Dann legt er sich in einem ruhigen Raum auf den Rücken und bedeckt sich, lässt aber die Füße frei. Man moxibustiert mit einer Moxazigarre über dem Punkt N 1 (yǒng quǎn) so, dass es dem Patienten angenehm ist. Es wird so lange moxibustiert, bis der Patient einschläft. Anschließend werden auch die Füße zugedeckt. Sieben derartige Behandlungen bilden einen Therapiezyklus. In der Regel kann der Patient schon in der Nacht nach der ersten Behandlung durchschlafen.

Schlafstörungen: Fallbeispiel

Ein 56jähriger Funktionär litt seit fünf Jahren wegen Depressionen an Schlaflosigkeit. Bisherige Behandlungen waren erfolglos geblieben. Der Patient konnte immer nur mit der Hilfe von starken Schlafmitteln einschlafen und schlief nur zwei bis drei Stunden pro Nacht. Er bekam Schwindel, Kopfschmerzen und war sehr erregt. Er klagte über heftige Träume, Vergesslichkeit, Appetitverlust, trockenen Hals und bitteren Geschmack im Mund.

Sein Gesicht war fahl. Er hatte ein wundes Gefühl in der Taillengegend und in den Knien und gab Ohrensausen an. Wasserlassen und Stuhlgang waren normal. Er hatte eine rote Zunge mit dünnem gelbem Belag. Der Puls war gespannt und beschleunigt (xián shuò). Die Diagnose lautete: Mangel an yīn in der Niere und aufflammendes Feuer der Leber (shèn yīn bù zú, xīn gān huǒ wàng).

Der Patient wurde angewiesen, die Einnahme von Schlafmitteln zu beenden. Man behandelte ihn mit der oben beschriebenen Methode. Am nächsten Tag berichtete er, dass er zum ersten Mal seit Jahren fest geschlafen hatte. Weitere sechs Behandlungen wurden durchgeführt. Anschließend konnte er fest schlafen und hatte nicht mehr so lebhafte Träume. Nach einem halben Jahr wurde er nachuntersucht: Er fühlte sich weiterhin wohl.

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