Schluckauf kann in drei verschiedenen Formen auftreten: Stagnation des Leber-Qi (gān yù qì zhì), Leere-Kälte in Milz und Magen (pí wèi xū hán) und Dyspepsie mit Stagnation von Flüssigkeiten (shí zhì tíng yǐn).

Schluckauf aufgrund von Stagnation des Leber-Qi (gān yù qì zhì)

Meistens zeigen diese Patienten eine emotionale Verletzung und Depression. An Erscheinungsformen findet man einen unaufhörlichen Schluckauf, Völlegefühle in Brust und im Abdomen, auch Schmerzen im Hypochondrium, Verstopfung, dunklen Urin und ein hitziges Temperament. Verspannungen können beidseits des 5. bis 10. Brustwirbel getastet werden und an der medialen Seite der Beine in der Gegend von MP 6 (sān yīn jiāo). Der Punkt KG 17 (dàn zhōng) ist oft druckempfindlich, der Puls schmal und gespannt (xì xián), der Zungenbelag dünn oder fettig und gelb. Die Behandlung sollte darin bestehen, die Leber zu verteilen (shū gān), das gegenläufig aufsteigende qì abzusenken (jiàng nì) und den Magen zu harmonisieren (hé wèi). Mit der Pflaumenblütennadel beklopft werden beide Seiten des 5. bis 10. Brustwirbel, Pk 6 (nèi guān), BI 18 (gān shū), KG 17 (dàn zhōng), Le 14 (dà zhuī), das obere Abdomen und Stellen, an denen man Verspannungen tasten kann.

Schluckauf aufgrund von Leere-Kälte in Milz und Magen (pí wèi xū hán)

Dies findet man meistens bei alten und schwachen Patienten oder bei chronischen Krankheiten. Oder aber der Mangel und die Kälte in Milz und Magen gehen einher mit starker Erschöpfung, was sich dann zeigt an fauligen Blähungen des Magens, heftigem Schluckauf mit einem hohen oder tiefen Beiton, schlechtem Appetit, weichen Stühlen, kalten Gliedmaßen und ohne Durst. Hier werden verspannte Stränge entlang der Brustwirbelkörper 5 bis 12 gefunden, ein schmaler und schwacher Puls (xì ruò) und ein dünner oder fettiger Zungenbelag. Die Behandlung sollte das Innere wärmen (wěn zhōng), Kälte ausleiten (sàn hán), den gegenläufigen Fluss des qì unterdrücken (jiàng nì) und den Magen harmonisieren (hé wèi). Beklopft werden beide Seiten der Brustwirbel 5 bis 12, Pk 6 (nèi guān), KG 12 (zhōng wǎn), Ma 36 (zú sān Iǐ), KG 22 (tiān tú) und Stellen, an denen man Verspannungen tasten kann.

Schluckauf aufgrund von Dyspepsie mit Stagnation von Flüssigkeiten (shí zhì tíng yǐn)

Diese Patienten essen und trinken meistens unmäßig, nehmen zu viel rohe oder kalte Nahrungsmittel zu sich oder atmen zu viel kalte Luft ein, was zu einer Blockade im mittleren Erwärmer führt, zu Dyspepsie, Schluckauf, fauligen Blähungen im Magen und Abdomen. Strangförmige Verspannungen können an beiden Seiten des 5. bis 12. Brustwirbel getastet werden. Der Puls ist gespannt und kräftig (xián yǒu Iì), der Zungenbelag fettig. Die Behandlung sollte die Verdauung fördern (xiāo dǎo jiàng nì) und den mittleren Erwärmer regulieren (tiáo Iǐ zhōng jiāo). Beklopft werden die beiden Seiten des 5. bis 10. Brustwirbel, das Os sacrum, Pk 6 (nèi guān), Di 4 (hè gǔ), KG 12 (zhōng wǎn), Ma 25 (tiān shū), das obere Abdomen und tastbare Verspannungen.

Vorgehensweise

Man beklopft ein Gebiet von 0,5 bis 1,5 cm Durchmesser um den Punkt herum wenigstens 20mal, im Allgemeinen 40- bis 50mal. An beiden Seiten der Wirbelsäule beklopft man in drei Linien von oben nach unten und zwar sowohl an den zervikalen, thorakalen, lumbalen und sakralen Teilen. Die erste Linie befindet sich 1 cm lateral der Wirbelsäule, die zweite Linie 2 cm, die dritte 3 bis 4 cm lateral. Am Abdomen beklopft man 8 bis 9 Linien von oben nach unten und 4 bis 5 Linien quer. Außerdem beklopft man intensiv einige Linien unterhalb des Prozessus xiphoideus. An der medialen Seite des unteren Abdomen wird in 3 bis 4 Linien beklopft.

Verlauf und Manipulation

Es werden am Tag eine oder zwei Behandlungen gegeben. Wenn der Schluckauf aufgehört hat, kann man zur Festigung des Therapieergebnisses und zur Behandlung von Begleiterkrankungen an jedem zweiten Tag weiterbehandeln. 15 Sitzungen bilden einen Therapiezyklus. Vor Beginn eines zweiten Zyklus soll eine Pause von 15 Tagen eingelegt werden. Anfänglich soll man stark stimulieren und später mäßig stark.

Fallbeispiel: Schluckauf

Ein 52jähriger Mann klagte über Schluckauf, der seit sechs Tagen bestand, nachdem er starke Schmerzen durch einen Ureterstein mit Hämaturie und starke Bauchschmerzen gehabt hatte. Diese Erkrankung war in unserem Krankenhaus erfolgreich behandelt worden. Stattdessen trat ein Schluckauf mit einem lauten Beigeräusch auf. Der Patient erhielt Sedativa, Nervenblockaden, traditionelle Medikamente und Ohrakupunktur ohne Erfolg. Der Schluckauf beeinträchtigte seine Mahlzeiten und seinen Schlaf. Er bekam ein aufbrausendes Temperament und war recht deprimiert. Sein Bauch war voller Flatulenzen. Er fühlte ein Unbehagen unter beiden Rippenbögen und hatte strangförmige Verspannungen beiderseits der Brustwirbel 4 bis 10. Der Punkt KG 17 (dàn zhōng) war druckempfindlich, der Puls war gespannt und schmal (xián xì), der Zungenbelag dünn und gelb. Die Diagnose war: Unterdrückung der Leber, Stagnation von qì (gān yù qì zhì), Disharmonie in Magen und Milz, so dass die aufsteigenden und herabführenden Funktionen nicht mehr wahrgenommen werden können (pí wèi shěng jiàng shī tiáo). Die Behandlung musste in der Verteilung des Leber- qì bestehen. Das gegenläufig aufsteigende qì musste unterdrückt werden und der Magen harmonisiert (shū gān jiàng nì hé wèi). Beklopft wurden beide Seiten der Brustwirbel 4 bis 12, Pk 6 (nèi guān), KG 17 (dàn zhōng), Le 14 (qí mén), das obere Abdomen und tastbare Verspannungen. Die Stimulation wurde stark durchgeführt. So war der Schluckauf sofort unterbrochen, und das Abdomen war erleichtert. Der Patient kehrte nach Hause zurück. Am nächsten Tag hatte er eine halbe Stunde, bevor er ins Krankenhaus kam, einen leichten Rückfall. Er wurde ebenso behandelt und war dann beschwerdefrei. Nach zwei Jahren hatte er keinen Rückfall gehabt.