Die Behandlung von Schluckauf erfolgt nach folgenden Prinzipien:
  • Die Meridiane zu öffnen (shū tōng jīng luò),
  • die Funktion der Leber beruhigen (píng gān),
  • den Magen harmonisieren (hé wèi) und
  • den gegensätzlichen Fluss des qì unterdrücken (jiàng nì).

Behandlung von Schluckauf mit Akupunktur

Meistens werden Pk 6 (nèi guān), KG 17 (dàn zhōng), KG 12 (zhōng wǎn), KG 22 (tiān tú), Bl 17 (gé shū) und Ma 36 (zú sān Iǐ) akupunktiert. Davon werden bei jeder Sitzung 1 bis 2 Punkte ausgewählt und mit gleichmäßig tonisierender und sedierender Manipulation behandelt. Die Nadeln werden 15 bis 20 Minuten liegengelassen.

Behandlung von Schluckauf mit Pflaumenblütennadel

Beklopft werden zuerst die Mittellinie des Abdomens vom Xyphoid bis zum Nabel, dann die lateroumbilikale Linie von knapp unter dem Rippenbogen bis zum Punkt Ma 25 (tiān shū) und dann die erste Linie des Blasenmeridians auf dem Rücken von der Höhe Bl 11 (dà zhù) bis zum Sakrum hinunter. Außerdem beklopft man KG 13 (shàng wǎn), KG 12 (zhōng wǎn), Bl 18 (gān shū) und Bl 21 (wèi shū) mit starker Stimulation. Die beklopften Gebiete sollten anschließend gerötet sein. Behandelt wird einmal täglich, wobei sieben Sitzungen einen Therapiezyklus bilden.

Behandlung von Schluckauf mit Akupressur

Hier werden die Punkte Bl 2 (zǎn zhú), KG 12 (zhōng wǎn), Le 3 (tài chōng) oder auch Bl 18 (gān shū), Bl 21 (wèi shū) und Ma 36 (zú sān Iǐ) behandelt. Bei jeder Sitzung werden 1 bis 2 Punkte ausgewählt. Jeder Punkt wird 2 bis 3 Minuten lang behandelt.

Fallbeispiel: Schluckauf

Ein 60jähriger Funktionär war schon länger als 30 Tage mit einer zerebralen Thrombose und einem Herzinfarkt im Krankenhaus gelegen. Aufgrund der emotionalen Belastung litt er an Schluckauf, der kontinuierlich mit einem lauten Begleitton auftrat. Er hatte auch ein Völlegefühl in der Brust. Seit fünf Tagen wurde er nun schon erfolglos behandelt. Bei der Untersuchung war der Patient bei Bewusstsein. Er hatte eine fahle Gesichtsfarbe, eine Hemiplegie rechts, eine purpurfarbene Zunge mit weißem fettigem Belag und einen gespannten und beschleunigten Puls (xián shuò). Der Blutdruck war 160/95 mmHg. In diesem Fall rebellierte die Energie der Leber (gān qì héng nì) und verursachte eine Disharmonie im Magen (wèi shī hé jiàng), so dass dieser das qì nicht mehr nach unten leiten konnte und es nach oben aufstieg (qì nì shàng chōng). Die Punkte KG 12 (zhōng wǎn) und Le 3 (tài chōng) wurden ausgewählt. KG 12 (zhōng wǎn) ist der mù-Punkt des Magenmeridians und kann das aufsteigende qì des Magens absenken. Le 3 (tài chōng) ist yuàn-Quellpunkt des Lebermeridians. Er kann die Leber besänftigen und Stagnationen aufheben. Die Punkte wurden jeweils alle fünf Minuten sedierend mit Drehen und Rotieren stimuliert, und die Nadeln wurden 20 Minuten liegengelassen. Der Schluckauf war nach nur einer Behandlung deutlich vermindert und nach zwei Behandlungen war er beseitigt.
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