Akupunktur ist eine sehr wirkungsvolle Behandlungsmethode bei Schmerzen im Hypochondrium, die durch verschiedene pathogene Faktoren hervorgerufen werden können. Wir akupunktieren in der Regel Gbl 40 (qiū xū) durch bis N 6 (zhào hǎi).

Die Beziehung zwischen den Punkten Gbl 40 (qiū xū) und N 6 (zhào hǎi) liegt in ihrem Verhältnis von Oberfläche zu Innerem (biǎo Iǐ guān xi) und in der Mutter-Sohn-Beziehung von Leber und Niere (mǔ zǐ guān xi). Die Mutter kann den Sohn stärken, aber auch schwächen. Mit der angegebenen Methode sticht man mit einer Nadel zwei Punkte, die zwar nicht direkt auf dem Lebermeridian liegen, die aber in enger Beziehung zu ihm stehen. Durch sedierende Manipulation wird die Stagnation in der Leber zerstreut, qì reguliert und die Schmerzen werden gestillt.

Fallbeispiel 1

Eine 40jährige Frau hatte seit drei Jahren Schmerzen im linken Hypochondrium. Sie hatte häufige Attacken von unerträglichen Schmerzen, und seit kurzer Zeit waren sie wieder schlimmer geworden. Begleitet wurden die Schmerzattacken von profusen Schweißausbrüchen, Übelkeit und Erbrechen. Mit einer Cholezystographie konnte man zwei 1×1 cm große Gallensteine feststellen. Die Patientin wollte sich jedoch nicht operieren lassen und bat um Akupunkturtherapie. Bei der Untersuchung hatte sie einen weißen Zungenbelag sowie einen gespannten und schmalen Puls (xián xì).

Hier handelte es sich um eine Blockade in den Gallenwegen, die durch qì-Stagnation und Unterdrückung der Leberenergie bedingt war, die auch zur Bildung der Steine geführt hatte. Die Blockade führte zu den Schmerzen.

Die Behandlung sollte den Gallenfluss erleichtern und das qì in den Leitbahnen zum Fließen bringen. Zu diesem Zweck wurde Gbl 40 (qiū xū) bis N 6 (zhào hǎi) durchgestochen. Nach einer Behandlungszeit von einem Monat mit 12 Akupunkturbehandlungen waren die Steine verschwunden, und die Gallenblase von normaler Größe.

Fallbeispiel 2

Eine 70jährige Frau hatte seit mehreren Jahren immer wieder Schmerzen im linken Hypochondrium, die sich verschlimmerten, wenn sie hustete oder tief einatmete. Die Untersuchung der Leberfunktion, die Ultraschalluntersuchung und die Untersuchung der Darmpassage des Duodenums waren unauffällig. Westliche Medikamente brachten keine Linderung. Ihr Puls war gespannt und schlüpfrig (xián huá), der Zungenbelag weiß.

Die Diagnose lautete: Unterdrückung der Leberenergie und qì-Stagnation, Blockade der Meridianenergie.

Die Behandlung musste die Leberenergie zerstreuen, die Meridiane klären und Blut und qì regulieren (tōng tiáo jīng luò qì xuè). Auf der betroffenen Seite wurde Gbl 40 (qiū xū) bis N 6 (zhào hǎi) durchgestochen. Es wurde drehend und rotierend manipuliert, und zwar zuerst tonisierend und dann sedierend. Die Schmerzen wurden sofort besser.

Fallbeispiel 3

Ein 50jähriger Mann klagte darüber, dass er bei der Arbeit Schmerzen in der rechten Brustseite und im rechten Hypochondrium habe, die sich durch Atmen und Husten verschlimmerten. Medikamente hatten ihm keine Erleichterung gebracht.

Bei der Untersuchung hatte er eine purpurfarbene Zunge mit gelbem Belag, der Puls war gespannt und eng (xián jǐn).

Die Diagnose lautete: Dysfunktion des qì-Flusses, wobei eine falsche Form der Anstrengung zu Stagnation des qì führte und zur Blockade der Meridianverbindungsgefäße und nachfolgenden Schmerzen.

Die Behandlung musste die Meridiane öffnen, die Verbindungsgefäße und den qì-Fluss beleben und die Schmerzen stillen. Es wurden die Punkte Gbl 40 (qiū xū) bis zu N 6 (zhào hǎi) durchgestochen sowie Di 11 (qū chí) auf der betroffenen Seite akupunktiert. Es wurde mit Drehen und Rotieren manipuliert, und zwar zunächst tonisierend und dann sedierend. Die Nadeln wurden 30 Minuten liegen gelassen. Unmittelbar nach dem Ziehen der Nadeln waren die Schmerzen gelindert.