Wenn man den Schwindel behandeln will, muss man sich auf drei innere Organe konzentrieren: Das Herz, die Milz und die Nieren. Außerdem soll man Punkte suchen, die das Gehirn stärken. Man soll nur leicht manipulieren. Diese Regel basiert auf dem Líng Shū (ein Teil des „Klassiker des Gelben Kaisers”), in dem dies als halbes Nadeln bezeichnet wird. Dies ist eine der fünf verschiedenen Arten zu akupunktieren.

In der Praxis wenden wir diese leichte Manipulation insbesondere bei chronisch kranken und schwachen Patienten an. Dabei sticht man die Nadeln nur etwa 0,3 cm tief ein. Das Einstechen erfolgt schnell, dann wird die Nadel leicht gehoben und gesenkt und dreißig Minuten liegen gelassen.

Fallbeispiel: Schwindel

Eine 42jährige Angestellte, war vom Fahrrad gefallen und anschließend eine halbe Stunde bewusstlos gewesen. Sie hatte eine schwere Hirnkontusion und über drei Monate ein Hämatom. Nun war sie ausgezehrt, apathisch und sehr matt. Ihr war oft übel und schwindlig, sie vergaß viel. Ihre Reaktionen waren schlaff, und sie wollte kaum die Augen öffnen. Ihr Appetit war schlecht, ihr Schlaf nur oberflächlich. Die Zunge war mit dünnem weißem Belag bedeckt, der Puls war versunken und schmal (chén xì). Sie hatte nur spärliche Urinausscheidung und mochte sich kaum bewegen. Der Blutdruck war 112/80 mmHg.

Die Diagnose lautete: Mangel an qì und yīn (qì yīn bù zú), Verletzung des Gehirns nach Sturz, verlängerte Heilungsphase mit daraus folgendem Mangelzustand des ganzen Körpers.

Die Behandlung musste Herz, Milz und Nieren stärken (yì xīn pí shèn) sowie die oberen Öffnungen klären und harmonisieren (qīng hé shàng qiào).

Dazu wurden folgende Punkte ausgewählt: H 7 (shén mén), MP 6 (sān yīn jiāo), N 3 (tài xī), sì shén cōng, Ma 8 (tóu wéi), LG 24 (shén tíng).

Alle Punkte wurden nur leicht manipuliert, um die Energie des Körpers nicht zu verletzen. Nach zehn Behandlungen war der Schwindel gelindert. Die Übelkeit war geringer, und der Appetit besserte sich.

Im Folgenden wurden Ma 8 (tóu wéi) durch 3E 23 (sī zhú kōng) ersetzt sowie H 7 (shén mén) durch Pk 7 (dà líng). Der Punkt ān mián wurde zusätzlich akupunktiert. Dieser Punkt liegt 1 cùn lateral von Gbl 20 (fěng chí) in derselben Höhe. In dieser Form wurde die Patientin 30mal akupunktiert. Anschließend waren die meisten Symptome gebessert.

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