Uterusprolaps kann man in drei Syndromtypen unterteilen: Mangel-Syndrome, Überschuss-Syndrome und Übergangstyp.
Beim Mangel-Syndrom findet man Nachtschweiß, häufigen Harndrang, Urininkontinenz, kalte Gliedmaßen, Erschöpfung, vollständigen Uterusprolaps, der auch sehr lockere Struktur hat und blass aussieht.
Patientinnen mit Fülle-Syndrom haben Fieber, sind sehr nervös und unruhig, haben Hitze in der Nase und schlechten Mundgeruch, der Stuhl ist trocken, der Urin heiß und sie haben Schmerzen beim Urinieren. Der prolabierte Uterus sieht rot aus.
Beim Übergangstyp sieht man eine gemischte Symptomatik.
Es werden folgende Punkte ausgewählt bei Uterusprolaps:
KG 3 (zhōng jí), N 12 (dà hè), KG 6 (qì hǎi) und LG 20 (bǎi huì)
Beim Mangel-Typ akupunktiert man zusätzlich Ma 36 (zú sān Iǐ) und moxibustiert an den Punkten KG 3 (zhōng jí) und LG 20 (bǎi huì).
Nach dem Erreichen des qì-Gefühls werden die Nadeln alle fünf Minuten manipuliert. Es ist sehr wichtig, dass man an allen Punkten ein Nadelgefühl erhält, speziell bei den Punkten am Abdomen soll dieses ins Perineum ziehen. Beim Mangel-Typ lässt man die Nadeln zehn Minuten lang liegen, beim Fülle-Typ 20 Minuten.
Fallbeispiel 1
Eine 32jährige Frau war mit 18 Jahren verheiratet worden und hatte drei Kinder geboren. Nach ihrer dritten Entbindung belastete sie sich am dritten Tag postpartum zu stark und fühlte etwas aus ihrer Vagina „herausfallen“. Sie hatte ein Völlegefühl im Unterbauch. Fünf Jahre lang war der Vorfall rückgängig, wenn sie sich hinlegte. Bei der Untersuchung wurde ein Vorfall des Uterus dritten Grades vom Fülle-Typ festgestellt. Entsprechend wurde sie akupunktiert. Sie bemerkte paroxysmale Krämpfe, und der Uterus wurde nach oben gezogen. Nach drei Behandlungen war der Prolaps nur noch zweitgradig, nach sechs Behandlungen erstgradig. Auch beim Gehen fiel der Uterus jetzt nicht mehr vor. Nach weiteren zehn Behandlungen hatte sich die Situation erholt, und alle anderen Symptome waren ebenfalls verschwunden. Weitere drei Behandlungen wurden gegeben.
Fallbeispiel 2
Eine 43jährige Frau hatte seit 18 Jahren einen Uterusvorfall. Außerdem hatte sie ein Hitzegefühl und Schmerzen in Uterus und Vagina, Urininkontinenz. Die Patientin war sehr unruhig und ruhelos. Bei der Untersuchung hatte sie einen Uterusprolaps vierten Grades mit Ulzerationen an der Zervix und eitrigem Sekret. Sie schwitzte und ihr Puls war versunken und schmal (chén xi). Sie wurde als Mangel-Typ diagnostiziert und entsprechend einmal täglich behandelt. Außerdem musste sie Sitzbäder mit lokalen Medikamenten nehmen. Nach 14 Behandlungen waren die Ulzerationen geheilt und der Prolaps bildete sich zu einem drittgradigen zurück. Nach weiteren 20 Behandlungen war der Prolaps nur noch erstgradig und auch die Schmerzen verschwanden.























































































































































































































































































































































