Mangel an qì (qì xū)
Bei qì-Mangel muss man das qì kräftigen, damit der Prolaps angehoben werden kann (bǔ qì shěng xiàn gù shè). Dazu werden die Punkte KG 6 (qì hǎi) und LG 20 (bǎi huì) tonisiert. Am Punkt KG 6 (qì hǎi) wird die Nadel schnell eingeführt, damit ein Gefühl der Wundheit, Taubheit und Fülle entsteht. Die Nadel wird 20 Minuten lang so gedreht. Dabei soll sich das Nadelgefühl nach oben ziehen. Dann wird die Nadel entgegen und entlang des Meridianverlaufs tonisiert. In diesem Moment fühlt die Patientin, wie sich der Uterus nach oben zieht. In leichten Fällen ist dieses zur Behandlung bereits ausreichend, in schweren Fällen können die Beschwerden gelindert werden.
Fallbeispiel 1
Eine 30jährige Frau hatte nach der Entbindung einen leichten Uterusprolaps und wurde geheilt. Aber nach drei Monaten trat der Vorfall erneut auf, und die bisherige Behandlung brachte keinen Erfolg. Sie hatte Völlegefühle im Unterbauch, der Uterus war vorgefallen, sie war blass, hatte schwache Gliedmaßen, schlechten Appetit, eine leise Stimme, eine blasse Zunge mit dünnem weißem Belag. Der Puls war leer und groß (xū dà). Sie wurde nach der beschriebenen Methode behandelt und bereits nach einer Sitzung und 20 Minuten Manipulation fühlte sie sich besser. Nach drei Behandlungen waren alle Symptome beseitigt.
Mangelzustand der Niere (shèn xū)
Bei Mangelzuständen der Niere als grundlegendem Syndrom muss man als Hauptbehandlungsprinzip die Niere auffüllen und das Blut nähren (bǔ shèn yǎng xuè). Dazu werden die Punkte KG 6 (qì hǎi), Bl 23 (shèn shū), N 8 (jiāo xìn), N 14 (sì mǎn), LG 4 (mìng mén) akupunktiert. So kann die Niere genährt, qì gestärkt und die Essenz aufgefüllt werden (bǔ qì yì shèn tián jīng). Man massiert den Punkt KG 6 (qì hǎi) mit der linken Hand und inseriert die Nadel schnell, um ein taubes Nadelgefühl zu erhalten. Die Nadel wird mit Daumen und Zeigefinger zwei bis drei Minuten gedreht. Die Punkte N 8 (jiāo xìn),
N 14 (sì mǎn) und LG 4 (mìng mén) werden alle senkrecht akupunktiert und tonisierend manipuliert. Nach dem Erreichen des qì-Gefühls werden die Nadeln 30 Minuten lang manipuliert. Es wird einmal täglich behandelt.
Fallbeispiel 2
Eine 31jährige Frau hatte seit zwei Jahren einen rezidivierenden Uterusprolaps, der mit traditionellen Medikamenten zunächst behoben werden konnte. Die Patientin hatte sie folgende Symptome: ein Gefühl des Vorfallens, Völlegefühl im Unterbauch, Wundheit der Taillengegend und Schwäche in den Beinen, Ohrgeräusche und schwindet Sie war blass, die Zunge war rosa mit dünnem weißem Belag, der Puls versunken und schwach (chén ruò). Sie wurde nach der beschriebenen Methode behandelt. Nach zwei Behandlungen war der Uterus wieder in seiner normalen Lage und die Beschwerden im Unterbauch verschwunden. Auch die Ohrgeräusche gingen zurück. Weitere zwei Behandlungen wurden gegeben, um das Ergebnis zu festigen.
BUCHEMPFEHLUNGEN
MacPherson, Hugh; Kaptchuk, Ted J.
Akupunktur in der Praxis
Fallbesprechung westlicher Experten
Wer Dan Bensky, Stephen Birch, Bob Flaws oder Jane Lyttleton beim Akupunktieren “über die Schulter” sehen und sein Wissen erweitern will, der greift zu dieser Sammlung westlicher Meister der Akupunktur.























































































































































































































































































































































